Schimmel in Gebäuden – Ursachen und Präventionsstrategien
Schimmelbefall in Gebäuden kann grundsätzlich zu jeder Jahreszeit auftreten. Das Risiko ist jedoch in der kalten und feuchten Jahreszeit besonders hoch, da niedrigere Temperaturen und erhöhte Luftfeuchtigkeit Kondensation an Bauteiloberflächen begünstigen. Sowohl bauliche Schwachstellen als auch unzureichendes Nutzerverhalten können die Entstehung von Schimmel fördern. In diesem Artikel werden die wesentlichen Einflussfaktoren erläutert und Präventionsstrategien vorgestellt.
Ursachen und Einflussfaktoren
Schimmel entsteht, wenn Feuchtigkeit in Baumaterialien eindringt und sich nicht ausreichend verflüchtigen kann. Entscheidend ist meist das Zusammenspiel mehrerer Einflussgrößen:
- Bauliche Einflussgrößen: Fehlerhafte oder unzureichende Wärmedämmung, Wärmebrücken und mangelnde Feuchtigkeitsregulation der verwendeten Materialien führen zu lokalen Kondensationspunkten. Undichte Stellen im Dach oder an der Gebäudehülle, Leckagen an Wasserleitungen, Neubaufeuchte oder aufsteigende Feuchtigkeit durch unzureichende Abdichtung gegen das Erdreich erhöhen das Risiko von Schimmelwachstum, da Feuchtigkeit in die Bauteile eindringen kann.
- Nutzungsbedingte Einflussgrößen wie unzureichendes Lüften und Heizen erhöhen die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen, wodurch das Risiko für Schimmelbildung steigt.
- Sonstige Einflussgrößen beinhalten äußere Faktoren wie Wassereintritt durch Havarien oder Hochwasser. Diese Ereignisse können zu massiven Feuchteschäden führen, die das Schimmelwachstum fördern.
Schimmelbefall entsteht häufig durch das Zusammenspiel der oben genannten Faktoren. Eine Kombination aus Wärmebrücken, niedrigen Innenraumtemperaturen und erhöhter Luftfeuchtigkeit schafft Bedingungen, die die Schimmelbildung begünstigen [1].
Präventionsstrategien
- Bau- und Dämmstoffe, Trockenbauelemente und Holzwerkstoffe stets trocken lagern und einbauen, um verdecktem Schimmel vorzubeugen.
- Um Schimmel vorzubeugen, sollte eine erhöhte Luftfeuchtigkeit von über 70 % relativer Feuchte im Gebäude vermieden oder schnell beseitigt werden.
Effektive Präventionsmaßnahmen kombinieren bauliche Maßnahmen und angepasstes Nutzerverhalten:

- Bauwerksabdichtung verbessern: Undichte Stellen sollten saniert und Fugen überprüft werden, um den Feuchtigkeitseintritt zu reduzieren. Ein effektiver Schlagregenschutz trägt ebenfalls zur Minimierung von Feuchtigkeitsschäden bei.
- Richtig lüften und heizen: Regelmäßiges Stoßlüften und gleichmäßige Raumtemperaturen reduzieren die Luftfeuchtigkeit und beugen Kondensation an kalten Oberflächen vor. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte idealerweise zwischen 40–60 % liegen. Um zu verhindern, dass Wand- oder Fensterflächen zu stark auskühlen, sollte die Raumtemperatur möglichst konstant gehalten werden – in weniger genutzten Räumen in der Regel mindestens 16–18 °C, da Räume mit niedriger Temperatur und gleichzeitig hoher Luftfeuchte – wie Schlafzimmer oder selten genutzte Räume – besonders anfällig für Schimmelbildung sind.
- Möblierung beachten: Ein ausreichender Abstand von Möbeln und Einrichtungsgegenständen zu Außenwänden unterstützt die Luftzirkulation und verhindert die Ansammlung von Feuchtigkeit an der Wandoberfläche.
- Reduzierung von Wärmebrücken: Hochwertige Dämmmaterialien minimieren Temperaturunterschiede an Bauteiloberflächen und verringern die Kondensationsgefahr.
- Kapillaraktive Baustoffe: Materialien wie Hanf, Holzfaser, Lehm, Stroh oder Zellulose können Feuchtigkeit aufnehmen und bei niedriger Luftfeuchte wieder abgeben. Dadurch tragen sie zur Regulierung des Raumklimas bei und reduzieren das Risiko von Schimmelbildung.
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Zusammenfassung
Schimmel tritt nicht ausschließlich saisonal auf, ist jedoch in der kalten Jahreszeit häufiger, da erhöhte Luftfeuchtigkeit und Temperaturunterschiede Kondensation begünstigen. Das Risiko von Schimmelbildung lässt sich durch die Vermeidung von Wärmebrücken, die Beseitigung undichter Stellen, regelmäßiges Lüften und angepasste Raumtemperaturen reduzieren. Kapillaraktive Baustoffe unterstützen zusätzlich die Feuchtigkeitsregulierung. Durch die Kombination dieser Maßnahmen kann das Raumklima positiv beeinflusst und das Risiko von Schimmelbildung deutlich verringert werden.
Literaturverzeichnis
[1] Umweltbundesamt, „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden,“ (2024) [Online]. Available: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/leitfaden-zur-vorbeugung-erfassung-sanierung-von [Heruntergeladen am 15.11.2024].
[2] KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH, „Schimmel gefährdet Ihr Haus – und Ihre Gesundheit,“ [Online]. Available: https://www.zukunftaltbau.de/eigentuemer/daemmung-fenster-lueftung/schimmel [Heruntergeladen am 28.11.2024].
[3] Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) „Wärmebrücken: Bauschäden, Schimmel und Wärmeverluste vermeiden,“ Oktober 2022. [Online]. Available: https://www.gebaeudeforum.de/realisieren/bauphysik/waermebruecken/ [Heruntergeladen am 19.11.2025].

