Technikcheck im Gewächshaus – gut vorbereitet in die Übergangszeit

Im September verändern sich die Bedingungen im Gewächshaus. Während tagsüber noch hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung auftreten können, sinken die Temperaturen in den Nachtstunden bereits deutlich. Damit steigen die Anforderungen an die Gewächshaustechnik: Lüftung, Schattierung und Heizung müssen zuverlässig funktionieren und optimal aufeinander abgestimmt sein.

Der Übergang von Sommer zu Herbst ist daher ein guter Zeitpunkt, die wichtigsten technischen Komponenten zu kontrollieren. Dabei geht es noch nicht um die Einwinterung der Anlage, sondern darum, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und die Technik auf die wechselnden klimatischen Bedingungen der kommenden Wochen vorzubereiten.

Lüftungstechnik kontrollieren

Ausschnitt eines Gewächshausdaches mit Schattierung
Besonderes Augenmerk gilt den mechanischen Komponenten der Lüftung und der Schattierung in Gewächshäusern.

Zunächst sollte geprüft werden, ob alle Lüftungsklappen über den gesamten Stellbereich gleichmäßig öffnen und schließen. Unterschiedliche Öffnungsgeschwindigkeiten, ruckartige Bewegungen oder ungewöhnliche Geräusche können auf mechanische Probleme hinweisen. Auch bei Anlagen, die im normalen Betrieb unauffällig erscheinen, lohnt sich eine Kontrolle des gesamten Bewegungsablaufs.

Besonderes Augenmerk gilt den Antrieben, Getrieben und Zahnstangen. Diese sollten auf Verschleiß, Beschädigungen und Korrosion kontrolliert werden. Bewegliche Teile sind entsprechend den Vorgaben des Herstellers zu schmieren. Eine schwergängige Mechanik erhöht die Belastung von Antrieben und Getrieben und kann langfristig zu Ausfällen führen.

Auch die Endschalter und Endlagen sollten überprüft werden. Die Lüftung muss die vorgesehenen Endpositionen zuverlässig erreichen und dort sicher abschalten. Falsch eingestellte oder defekte Endschalter können nicht nur die Funktion beeinträchtigen, sondern auch zu mechanischen Schäden an der Anlage führen.

Gewächshaus auf Undichtigkeiten prüfen

Falsch-Farben-Darstellung eines Gewächshauses. Die dunkleren Farben weisen auf kältere Bereiche, die orange/gelben Farbtöne auf wärmere.
Im Wärmebild einer Thermaldrohne lassen sich Schwachstellen, wie der Anschlag einer Lüftungsklappe, erkennen.

Nicht nur die Lüftungstechnik selbst, sondern auch die Gebäudehülle beeinflusst die Klimaführung. Beschädigungen an Folien, Glas oder anderen Bauteilen sowie undichte Übergänge und defekte Dichtungen sollten kontrolliert und möglichst zeitnah behoben werden.

Undichtigkeiten können zu unkontrolliertem Luftaustausch führen und erschweren insbesondere die gezielte Steuerung von Temperatur und Luftfeuchte. Darüber hinaus steigt der Heizbedarf in der kälteren Jahreszeit. Auch beschädigte oder nicht korrekt schließende Bereiche an Lüftungsklappen sollten dabei berücksichtigt werden.

Klimaführung im Klimacomputer überprüfen

Eine funktionierende Mechanik allein garantiert noch keine optimale Klimaführung. Auch die Einstellungen im Klimacomputer sollten vor Beginn der Übergangszeit überprüft und an die aktuellen Bedingungen angepasst werden.

Dabei lohnt sich ein Blick auf die hinterlegten Temperatur- und Feuchtesollwerte, Lüftungsgrenzen sowie Tag- und Nachtstrategien. Die Klimastrategie sollte zur aktuellen Kultur und zum Entwicklungsstand der Pflanzen passen.

Gewächshaus-Klimacomputer

Vorhandene Wetter-, Temperatur-, Feuchte- und Strahlungssensoren bilden die Grundlage für die Klimaführung. Deshalb sollten die Messwerte regelmäßig auf Plausibilität geprüft, die Messgeräte und Sensoren ggf. kalibriert werden. Insbesondere Temperatur- und Feuchtesensoren können mit geeigneten Referenzmessgeräten verglichen werden. Abweichende Messwerte oder verschmutzte Sensoren können dazu führen, dass der Klimacomputer auf einer falschen Datengrundlage regelt.

Besonders wichtig ist zudem das Zusammenspiel der verschiedenen Klimafunktionen. Lüftung, Schirmung und Heizung sollten innerhalb einer abgestimmten Klimastrategie arbeiten. Dabei spielt auch die Einstellung von Hysteresen eine wichtige Rolle. Eine Hysterese definiert vereinfacht gesagt einen Bereich, in dem eine Regelung nicht sofort auf kleine Schwankungen eines Messwertes reagiert.

Zu eng gewählte Schaltbereiche können beispielsweise dazu führen, dass Lüftungsklappen, Schirme oder Heizventile fortlaufend reagieren. Eine sinnvoll eingestellte Hysterese sorgt dagegen für eine ruhigere Regelung, reduziert unnötige Schaltvorgänge und schont die Technik.

Ein Blick auf die aktuellen Einstellungen und Steuerungsabläufe kann daher helfen, unnötige Energieverluste zu vermeiden und gleichzeitig ein stabiles Gewächshausklima sicherzustellen.

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