Vorweide mit Rindern

Die seit Ende Februar höheren Temperaturen lassen frühe Gräser und Frühjahrskräuter nun spürbar wachsen. Durch das weitere Abtrocknen der Flächen können, wo möglich und sinnvoll, Milchkühe stundenweise auf stallnahe Grünlandflächen aufgetrieben werden. Auch wenn die Flächen für den ersten Schnitt eingeplant sind, hat diese „biologische“ Pflegemaßnahme mehrere positive Effekte auf die Grünlandnarbe:

Erste grüne Blattspitzen im Grünland.
Die Blattspitzen sind hochverdaulich und weisen hohen Energie- und Eiweißgehalt auf; aufgrund des aktuell noch geringen Ertrags kann sich die Pansenflora langsam anpassen.
  • Bestockungsförderung der Gräser, besonders des Dt. Weidelgrases
  • Zurücksetzen frühblühender Gräser (z.B. Wiesenfuchsschwanz, Wolliges Honiggras) und Kräuter (z.B. Vogelmiere, Ehrenpreis, Stumpfblättriger Ampfer)
  • Gras wächst dichter und gleichmäßiger nach
  • jüngeres, nachgewachsenes Gras ist energiereicher und besser verdaulich
  • Trockenmasse-Aufnahme der Kühe passt zum Wachstum (Grünland „wächst nicht davon“)
  • Geringe Futterverluste, weil Kühe noch nicht so stark selektiv fressen
  • durch noch geringen TM-Aufwuchs weiden Kühe großflächig und verteilt
  • Trittschäden werden damit minimiert
  • Engerlings- und Mäusetätigkeit wird durch Beweidung eingedämmt

Auch die Vorweide mit Jungrindern und Mutterkühen auf weiter entfernten Flächen ist möglich. Folgendes gilt es zu beachten:

  • Boden sollte besonders bei schweren Fleischrinderrassen weitgehend abgetrocknet sein
  • Auftrieb auf Standweiden niedrigem Tierbesatz beginnen
  • Zufütterung mit Heu sicherstellen
  • Witterungsschutz für Kälber bieten
  • Überweidung vermeiden
  • bei mineralischer Düngung keine Vorweide durchführen

Dieser Beitrag stammt aus der kostenpflichtigen Beratungsinfo Grünland/Futterbau.
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