Empfehlungen zum Sojaanbau

Im Jahr 2025 ist die Anbaufläche von Sojabohnen in Hessen gegenüber dem Vorjahr wieder gestiegen. Sie betrug rund 1.200 ha. Auch bundesweit war eine leichte Zunahme der Anbaufläche zu verzeichnen.

Rückblickend auf das Jahr 2025 erfolgte die Aussaat je nach Region und Standort in Abhängigkeit der Bodentemperaturen und der Niederschlagsverteilung Mitte April bis Anfang Mai. Durch die ausbleibenden Niederschläge nach der Saat, bis Ende Mai, konnten auflaufenden Unkräuter mechanisch gut bearbeitet werden. Im integrierten Pflanzenbau, war die Herbizidwirkung aufgrund der trockenen Bedingungen nicht überall zufriedenstellend. Dadurch konnten sich teilweise Unkräuter im Bestand etablieren, die dann nur noch mechanisch oder händisch entfernt werden konnten. Im weiteren Vegetationsverlauf führten die trockenen Bedingungen bis Mitte Juli zu Stress, was eine geringere Massebildung der Pflanzen zur Folge hatte. Die Abreife erfolgte je nach Standort, Sorte und Reifegruppe relativ gleichmäßig Mitte September (Südhessen), bis leicht verspätet Ende September (Mittelhessen). Die Erträge fielen sowohl in den integrierten als auch in den ökologischen Versuchen (LSV), im Vergleich zu den Vorjahren, geringer aus.

Aktuell für 2026: Die warmen Tagestemperaturen in den vergangenen Tagen in Südhessen haben dazu geführt, dass sich die Böden bereits auf > 10°C erwärmt haben. Einige Betriebe haben daher bereits mit der Aussaat begonnen.

Die eher extensiv zu führende Sojabohne mit ihrer sehr hohen Eiweißwertigkeit ist eine sinnvolle und wirtschaftlich interessante Ergänzung in der Fruchtfolge, sofern die jeweiligen Standortbedingungen passen.

Allgemein

Die Sojabohne stammt ursprünglich aus Südostasien und gehört wie die heimische Körnererbse oder die Ackerbohne zu den stickstoffbindenden Leguminosen. Mittlerweile steht durch fortschreitende Züchtungserfolge ein sehr breites Sortenspektrum für den Anbau in den gemäßigten Klimazonen zur Verfügung. Mit einem Gehalt von bis zu 40 % Rohprotein bei einer hohen biologischen Wertigkeit, spielt Soja insbesondere eine bedeutende Rolle in der Eiweißversorgung von Schweinen und Geflügel. Gerade Soja aus ökologischer Erzeugung wird aber auch zur Herstellung von Produkten für die menschliche Ernährung verwendet. Die Verwertung beziehungsweise Vermarktung des Erntegutes sollte grundsätzlich vor dem Anbau geklärt werden. Für einen erfolgreichen Sojaanbau sollten folgende wichtige produktionstechnische Faktoren berücksichtigt werden.

Standorteignung

Aufgrund ihrer Herkunft ist die Sojabohne eine wärmeliebende Kultur und bevorzugt daher leicht erwärmbare Böden mit einer guten Struktur und Wasserführung. Sind diese Kriterien erfüllt, kommt es weniger darauf an, ob es sich um leichtere oder schwerere Böden handelt. Grundsätzlich eignen sich Gebiete, in denen Körnermaissorten ab einer Reifezahl von 240 angebaut werden, auch für den Sojaanbau. Für eine optimale Wasserversorgung sollten im Frühjahr nicht weniger als 100 l/m² pflanzenverfügbares Bodenwasser (nutzbare Feldkapazität) zur Verfügung stehen. Der größte Wasserbedarf während der Vegetation liegt in der Blüte und insbesondere während der Kornfüllung vor. Zur Generierung von hohen Erträgen sollten den Sojapflanzen während ihres Wachstums im günstigsten Fall 300 l/m² Wasser über Niederschläge oder auch ergänzend über Beregnung zur Verfügung stehen.

Übersichtskarte: Anbaueignung von Sojabohnen

Fruchtfolge

Soja besitzt eine gute Vorfruchtwirkung und kann gerade enge Getreidefruchtfolgen pflanzenbaulich aufwerten. Verglichen mit anderen Körner- oder Futterleguminosen hinterlässt sie nach der Ernte zwar deutlich geringere Reststickstoffgehalte im Boden, liefert aber durch ihr Wurzelsystem mit einer ausgeprägten Pfahlwurzel mit intensiver Seitenbewurzelung eine ausgezeichnete Bodenstruktur für die Nachfrucht. Infrage kommen hier insbesondere Wintergetreidearten, welche i.d.R. auch pfluglos bestellt werden können. Obwohl die Sojabohne eine selbstverträgliche Kultur ist, sollten Anbaupausen von mindestens zwei, besser drei bis vier Jahren eingehalten werden. So lässt sich vorneherein das Risiko der Entwicklung eines Krankheits- oder Resistenzpotentials minimieren. Aufgrund der hohen Anfälligkeit gegenüber Sklerotinia sind auch zu weiteren Wirtspflanzen wie beispielsweise Raps, Sonnenblumen, aber auch Kartoffeln, Kopfsalat und Klee ausreichende Anbaupausen zu empfehlen. Dies sollte auch bei der Artenzusammensetzung von Zwischenfrüchten beachtet werden.

Kriterien der Sortenwahl

Die Basis für einen guten Sojaertrag bildet die richtige Sortenwahl. Das wichtigste Kriterium –noch vor der Ertragsleistung – sollte das Abreifeverhalten der Sorte sein. Ziel ist es, möglichst noch im September bei guten Erntebedingungen dreschen zu können. Für Hessen kommen vornehmlich Sorten der Reifegruppe „sehr früh“ (000) in Frage. Für klimatische Gunstlagen in Südhessen können auch „frühe“ Sorten (00) in Betracht gezogen werden. Es ist wichtig zu beachten, dass sich auch innerhalb einer Reifegruppe die Abreife der verschiedenen Sorten bis zu 10 Tage unterscheiden kann. Eine bessere Einschätzung des Reifezeitpunktes ermöglicht die österreichische Beschreibende Sortenliste. In dieser wird die Reifezeit in die oben beschriebenen Reifegruppen und zusätzlich in 9 Stufen eingeteilt, wobei die Note eins für die frühesten Sorten sowie die Note 9 für die spätesten Sorten steht. Die Züchterhäuser bringen laufend neue Sorten für unterschiedliche Standortbedingungen sowie Verwertungsmöglichkeiten auf den Markt. Für die Auswahl der am besten geeigneten Sojasorte sollten die aktuellen Anbauempfehlungen und die Ergebnisse der Landessortenversuche herangezogen werden:

Sortenempfehlungen für Hessen: Frühjahrsaussaat 2026 – integriert 

Sortenempfehlungen für Hessen: Frühjahrsaussaat 2026 – ökologisch

Saatgutimpfung

Nackte Sojawurzeln mit Knöllchenbakterien
Abb. 1: Sojawurzeln mit Knöllchenbakterien

Als Leguminose geht auch die Sojabohne zur Bindung von Luftstickstoff eine Symbiose mit entsprechenden Knöllchenbakterien (Bradyrhizobium japonicum) ein (Abb. 1).

Da die Soja keine einheimische Pflanze ist und die notwendigen Bakterienstämme natürlicherweise nicht in unseren Böden vorkommen, ist eine Impfung des Saatgutes vor der Aussaat zwingend erforderlich. Findet diese nicht oder nur ungenügend statt, kann je nach vorhandenem Nmin-Gehalt im Boden mit Ertragsrückgängen bis zu 30 % und einer Reduktion der Eiweißgehalte bis zu 20 % gerechnet werden (Abb. 2). Im Handel werden viele verschiedene Impfpräparate angeboten. Für die Aussaat mit mechanischen Drillmaschinen haben sich Impfmittel auf Torfbasis wie beispielsweise HiStick Soy, LegumeFix oder LiquiFix bewährt. Wird zur Aussaat eine pneumatische Drillmaschine verwendet, sollten Impfmittel mit Klebstoff verwendet werden, da bei den Torfpräparaten die Gefahr besteht, dass durch den starken Luftstrom in der Maschine das Impfmittel vom Saatgut abgesaugt wird. In der Praxis weit verbreitete Mittel sind Rizoliq TopS oder Turbosoy. Alle genannten Präparate sind auch im ökologischen Landbau zugelassen. Da es sich bei den in den Impfmitteln enthaltenen Bakterien um Lebewesen handelt, sollte die Impfung des Saatgutes sehr sorgfältig erfolgen und folgende Punkte speziell beachtet werden:

Spatenblatt, auf dem eine junge, frisch ausgehobene Sojapflanze mit Wurzeln liegt
Abb. 2: Sojabohne mit hellgrünen Blättern und ohne Wurzelknöllchen
  • Impfung möglichst zeitnah vor der Aussaat für eine ausreichend sichere Wirkung
  • Das beimpfte Saatgut keinen hohen Temperaturen und keiner starker Sonneneinstrahlung aussetzen
  • Bei der Zugabe von Wasser darf dieses nicht gechlort sein

Bei der Behandlung des Saatgutes mit flüssigen Impfmitteln kann es zu Verklumpungen und Brückenbildung in der Drillmaschine kommen. Um unerwünschten Saatlücken entgegenzuwirken, sollte das Saatgut nach einer kurzen Trocknungszeit von ca. zwanzig Minuten noch einmal durchmischt werden. Um die Fließfähigkeit des Saatgutes zu erhöhen, kann auch etwas Mehl, Talkum oder Graphit beigemischt werden. Beim erstmaligen Sojaanbau auf der Fläche, sollte mit der 1,5 bis 2-fachen Menge der empfohlenen Impfmittel-Menge behandelt werden. Es ist auch schon fertig beimpftes Sojasaatgut erhältlich. Aufgrund der Unsicherheiten bezüglich der Wirkung sollte aber auch dieses Saatgut vor der Aussaat nochmals zusätzlich frisch angeimpft werden.

Sojaaussaat

Generell wird die Aussaat von Sojabohnen ab einer Bodentemperatur von mindestens 10⁰C empfohlen. Wichtiger ist jedoch eine ausgeprägte Hochdruck-Wetterlage nach der Aussaat, welche ein zügiges Auflaufen und eine rasche Jugendentwicklung der Sojapflanzen ermöglichen. In diesem Zeitraum ist die Sojabohne besonders empfindlich. Daher sollte es das oberste Ziel sein, diesen Abschnitt so schnell wie möglich zu passieren. Die optimale Ablagetiefe von 3–4 cm bzw. 4–6 cm auf leichten Standorten sollte möglichst konstant eingehalten werden, insbesondere im Hinblick auf die Verträglichkeit des chemischen Pflanzenschutzes, aber auch der Belastung der Keimlinge bei der mechanischen Unkrautregulierung mit dem Striegel. Die Aussaatmenge variiert je nach Sorte zwischen 55 (00-Sorten) und 75 (000-Sorten) Körner/m². Im Anschluss an die Aussaat empfiehlt sich das Anwalzen, um zum einen den Boden zu ebnen und damit die Ernte zu erleichtern und zum anderen grobe Kluten zu zerstören und somit die Wirkung des Spritzfilmes der Vorauflauf-Herbizide zu verbessern. Auf erosionsgefährdeten und zur Verschlämmung neigenden Böden müssen Vor- und Nachteile des Walzens abgewogen werden.

Chemische Unkrautregulierung

Aufgrund ihrer zögerlichen Jugendentwicklung reagiert die Sojabohne empfindlich auf Unkrautkonkurrenz, daher ist eine effektive Unkrautregulierung essentiell für einen erfolgreichen Sojaanbau. Im konventionellen Anbau spielt die Vorauflauf-Herbizidbehandlung eine entscheidende Rolle. Aktuelle Hinweise über die Zulassung und die Anwendungsbestimmungen von Pflanzenschutzmitteln erhalten Sie von Ihrem/r Pflanzenbauberater/in am LLH, in der LLH-Beratungsempfehlung oder beim Pflanzenschutzdienst (https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/).

Mechanische Unkrautregulierung

Im ökologischen Landbau bzw. in konventionell wirtschaftenden Betrieben, die den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel reduzieren möchten, empfiehlt es sich die Sojabohne als Hackkultur zu führen. Der Einsatz des Striegels zur ganzflächigen Unkrautregulierung kann zum sogenannten Blindstriegeln bzw. ab der Entfaltung des ersten Laubblattpaares der Soja in Betracht gezogen werden. Während der empfindlichen Auflaufphase der Sojabohnen sollte allerdings kein Striegeleinsatz erfolgen, um das Abbrechen der Keimlinge und damit erhebliche Kulturpflanzenverluste zu vermeiden. Dagegen kann ab dem Auflaufen ein Verschütten der Sojakeimlinge mit 2 bis 3 cm Erde ein wirksames Mittel sein, um Unkräuter in der Reihe zu stören. Außerdem können so die zu diesem Zeitpunkt empfindlichen Sojapflanzen vor möglichen Nachtfrösten geschützt werden. Diese Maßnahme kann bis zum Erscheinen des ersten Laublattpaares z. B. mit einem Flachhäufler durchgeführt werden. Im Anschluss sollte wüchsiges Wetter der Sojabohne ein erneutes Durchstoßen erleichtern.

Nach dem Entfalten des ersten Laubblattpaares weisen die Sojapflanzen i.d.R. eine ausreichende Standfestigkeit auf, sodass wieder Durchgänge mit dem Striegel erfolgen können. Im Hinblick auf die Witterungsverhältnisse, den Bodenzustand und das Entwicklungsstadium der Unkräuter gelten dieselben Empfehlungen wie bei anderen Kulturen auch. Generell sind die Einstellung der Maschine und den damit verbundenen Erfolg der Maßnahme sowie die Kulturpflanzenverluste mehrmals während des Einsatzes zu kontrollieren und ggf. anzupassen. Ab dem Entfalten des ersten Laublattpaares kann außerdem ein leichtes Anhäufeln seitlich unter die beiden Blätter erfolgen. Dies kann je nach Unkrautdruck, abwechselnd mit einem Striegelgang, mehrmals durchgeführt werden. Versuche haben gezeigt, dass zu häufiger bzw. zu später Striegeleinsatz (ab dem 4. Laubblattpaar) zu Wachstumsstörungen (S-förmiger Wuchs) der Kulturpflanzen mit negativen Auswirkungen auf Standfestigkeit und Beerntbarkeit führen kann. Daher sollte ab diesem Zeitpunkt die Unkrautregulierung besser mit der Reihenhacke erfolgen. Zur Störung der Unkräuter in den Pflanzenreihen können die gängigen Zusatzwerkzeuge wie Finger- oder Torsionshacke sowie Flachhäufler zum Einsatz kommen. Bei den Flachhäuflern ist allerdings zu bedenken, dass sie auf steinigen Böden die Steine zu nah an die Sojapflanzen schieben können, was zu Erntebehinderungen führen kann. Die Einsatzmöglichkeiten der Hacke enden mit Reihenschluss des Sojabestandes.

Krankheiten und Schädlinge

Abb. 3: Sklerotinia in Sojabohnen

Grundsätzlich spielen Krankheiten und Schädlinge im Sojaanbau in Deutschland beziehungsweise in Hessen aufgrund des geringen Anbauumfangs momentan noch eine untergeordnete Rolle. Die Sojabohne kann von Sklerotinia, auch bekannt unter dem deutschen Namen „Weißstängeligkeit“ (Abb. 3), befallen werden, was je nach Befallsstärke auch zu Ertragseinbußen führen kann. Aus diesem Grund sollten die nötigen Anbaupausen zwischen Wirtspflanzen (z. B. Kruziferen, Sonnenblumen) sowohl als Hauptkultur als auch als Bestandteil einer Zwischenfruchtmischung beachtet werden. Dies gilt insbesondere auf vorbelasteten und besonders gefährdeten feuchteren Standorten. Als unproblematische Zwischenfrüchte vor Sojabohnen eignen sich z.B. die Arten Phacelia und Rauhafer.

Insbesondere in Stadtrandnähe können Tauben in zögernd auflaufenden Sojabeständen durch das Abfressen der jungen Keimlinge auch zu größeren Schäden führen. Vergrämungsmittel wie etwa Flugdrachen oder Schussapparate zeigen leider oftmals, wenn überhaupt nur eine kurze Wirkung. Eine zügige und gleichmäßige Keimung durch geschickte Wahl des Aussaattermins anhand der Wetterprognose kann ertragsrelevanten Schäden am Bestand vorbeugen. Nach der Keimphase spielt der Taubenfraß keine den Ertrag beeinflussende Rolle mehr.

Die Raupen des Afrikanischen Distelfalters (Vanessa cardui) können in einzelnen Jahren verstärkt in Mitteleuropa auftreten und zu größeren Fraßschäden in Sojabeständen führen. Der Befall tritt oft nesterweise im Pflanzenbestand auf. Ab einer Schadschwelle von 20 Raupen pro laufendem Meter oder ein bis zwei Befallsherden auf 100 m2 sollte eine Bekämpfung erfolgen, um Ertragsverluste zu vermeiden.

Aktuelle Hinweise über die Zulassung und die Anwendungsbestimmungen von Pflanzenschutzmitteln erhalten Sie von Ihrem/r Pflanzenbauberater/in am LLH, in der LLH-Beratungsempfehlung oder beim Pflanzenschutzdienst (https://pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/).

Ernte

Erntereifer Sojabestand mit vereinzelt grünen Blättern
Abb. 4: Erntereifer Sojabestand mit vereinzelt grünen Blättern
Abb. 5: Nicht vom Schneidwerk erfasste Sojahülsen auf der Stoppel

In Abhängigkeit der Witterung, des Standortes und der Sorte beginnt die Abreife der Sojapflanzen in der Regel ab etwa Anfang September. Dabei werfen die Pflanzen ihre Blätter ab. Die Druschreife ist erreicht, wenn sich die Bohnen von der Hülsenwand gelöst haben und bei Bewegung hörbar in den Hülsen klappern. Vereinzelte grüne Blätter und Hülsen können dabei vorkommen und sind kein Problem.

Bei der Wahl des Erntetermins sollte nicht bis zur Abreife der letzten grünen Hülse gewartet werden. Eine Herausforderung bei der Sojaernte stellt der niedrige Hülsenansatz dar. Um Ernteverluste zu minimieren, muss das Schneidwerk so nah wie möglich an der Bodenoberfläche geführt werden (Abb. 5). Eine ebene Bodenoberfläche zahlt sich hier besonders aus, um die Gefahr von Erde und Steinen, die vom Schneidwerk mit aufgenommen werden, zu reduzieren. Von Vorteil sind hier entweder relativ schmale Schneidwerke oder Flexschneidwerke. Letztere sind in Deutschland i.d.R. nur vereinzelt verfügbar, eventuell über einen gut ausgestatteten Lohnunternehmer. Für die Erzeugung von Saatgut oder Speiseware muss mit besonderer Sorgfalt gedroschen werden, um unnötige Beschädigungen der Körner zu vermeiden. Dazu sollte beispielsweise das Erntegut beim Drusch nicht zu trocken (14–18 % Restfeuchte) sein und die Entleerungsschnecke des Korntanks nicht mit hoher Drehzahl unter Belastung laufen.

Fazit

Die Sojabohne hat das Potenzial sich weiter zu entwickeln. Denn es kommen stetig neue Sorten auf den Markt, wodurch auch auf Grenzstandorten entsprechende Erträge realisiert werden können. Auch der Klimawandel trägt seinen Teil dazu bei, dass sich die Grenzen möglicher Anbaustandorte verschieben. Zusätzlich wird der Anbau von Körnerleguminosen in Hessen durch die HALM-Maßnahme „Vielfältige Kulturen im Ackerbau“ (HALM 2 C.1) als Erweiterung zur Öko-Regelung 2 gefördert. Mehr dazu finden Sie unter: https://llh.hessen.de/unternehmensfuehrung/agrarpolitik-und-foerderung/halm-2/.

Gleichzeitig ergeben sich neue Vermarktungschancen, denn es besteht eine Nachfrage nach regionalen, GVO-freien Sojabohnen und die Abnahmebereitschaft über den Landhandel nimmt zu. Der Sojaanbau kann für Betriebe, die die pflanzenbaulichen Grundlagen beherrschen, eine rentable Kultur sein, die relativ extensiv geführt werden kann.

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