Aufgeblähte Gärgashauben bei Silomieten niemals aufstechen
In den ersten zwei Wochen nach dem Anlegen einer Silomiete kann die Abdeckfolie stark aufblähen. Dies wird durch die Bildung von Gärgasen verursacht, die unter der Folie einen Überdruck erzeugen. Ein solches Aufblähen ist ein Hinweis auf eine luftdichte Silierung und zeigt, dass der Gärprozess ordnungsgemäß abläuft.
Zusammensetzung der Gärgase
Kohlendioxid (CO₂): Das Hauptgas der Silierung. CO₂ verdrängt den Sauerstoff und schafft eine sauerstofffreie Atmosphäre, die die Bildung von Schimmel und Hefen verhindert.
Stickoxide: Zu Beginn der Silierung können auch Stickoxide entstehen. Sie sind außen als gelblich-bräunliches Gas sichtbar und sehr giftig. Im Verlauf des Gärprozesses bauen sich diese Stickoxide wieder zu unschädlichen Stickstoffverbindungen ab.
Gefahren
Das Einatmen von Gärgasen, insbesondere von Stickoxiden, kann lebensgefährlich sein. In der Lunge können sich Stickoxide zu salpetriger Säure umwandeln, was schwere Gesundheitsschäden oder sogar den Tod verursachen kann.
Auch Tiere, die in der Nähe des Silorandes untergebracht sind, wie Kälber, können durch austretende Gärgase gefährdet werden.
Umgang mit aufgeblähten Gashauben
Nie die Gashaube anstechen, um Gase abzulassen – dies ist lebensgefährlich.
Das Aufblähen der Folie nimmt nach einigen Tagen wieder ab. Anschließend sollte die Folie kontrolliert und gegebenenfalls nachgespannt werden.
Zusammenfassung
Aufgeblähte Gashauben sind ein normaler Bestandteil des Silierprozesses und ein Hinweis auf eine gasdichte Abdeckung. Sie zeigen, dass der Gärprozess effektiv arbeitet. Gleichzeitig erfordern sie besondere Vorsicht, um Menschen und Tiere vor den gefährlichen Gärgasen zu schützen.
Dieser Beitrag stammt aus der Beratungs-Info des Beratungsteams Ökologischer Landbau „Ökomail“. Zur Online-Anmeldung.

