Mineralstoffversorgung von Jungrindern auf der Weide

Mit dem Weideauftrieb der Jungrinder darf die Aufmerksamkeit für sie nicht nachlassen. Ziel ist es, die Tiere bedarfsgerecht zu versorgen, damit sie ein stabiles Fundament entwickeln und zum gewünschten Zeitpunkt tragend werden, je nach betrieblicher Vorstellung ab einem gewissen Alter bzw. Körpergewicht.

Schwankende Inhaltsstoffe

Die Nährstoffgehalte im Gras verändern sich im Laufe der Saison deutlich. Das betrifft auch die Mineralstoffe und Vitamine.

  • Kalzium: Für das Knochenwachstum ist eine ausreichende Kalziumversorgung entscheidend. Weidegras liefert nicht immer genug, weshalb eine Ergänzung sinnvoll ist.
  • Kalium und Natrium: Weidegras enthält oft viel Kalium. Das erschwert die Natriumaufnahme. Ein Ausgleich mit Natrium – zum Beispiel über Salzlecksteine – verbessert das Verhältnis und unterstützt die Versorgung.
  • Vitamine: Bei Weidehaltung ist die Versorgung zum Teil über die Weide gedeckt, bei Konservierungsfütterung hingegen sollte die Versorgung vollständig über Mineralfutter erfolgen.

Beispiel für ein Mineralfutter

Da es nur wenige Öko-Produkte speziell für Aufzuchtrinder gibt, kann auch ein Mineralfutter für Milchkühe eingesetzt werden – mit hohem Kalziumgehalt und ausgewogener Zusammensetzung. Ein typisches Produkt enthält zum Beispiel:

  • 20 % Kalzium
  • 4 % Phosphor
  • 7 % Natrium
  • 5 % Magnesium
  • Vitamin-A: 800.000 I.E.
  • Vitamin-D3: 80.000 I.E.
  • Vitamin-E: 3.000 mg

Für ein Rind mit 400 kg Lebendgewicht ergibt sich daraus ein täglicher Bedarf von etwa 50 g Mineralfutter (bei hochtragenden Tieren etwa 70 g). Herstellerempfehlungen liegen meist höher.

Praktische Umsetzung

Verteilung: Mineralfutter kann beim Kontrollgang alle ein bis zwei Tage über einen stationären oder mobilen Trog vorgelegt werden. Schmackhafte Komponenten locken die Tiere an, sodass alle gleichzeitig versorgt werden.

Alternative: Lecksteine: Vitaminisierte Lecksteine sind einfach in der Anwendung. Allerdings ist nicht sicher, ob jedes Tier die benötigte Menge aufnimmt. Zudem kommt es leicht zu einem „Luxuskonsum“, wenn die Tiere das Produkt mögen. Das ist nicht gesundheitsschädlich, aber teurer.

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