Geeignetes Zwischenfrucht-Saatgut für die Drohnensaat

 Bei der relativ neuen Technologie der Zwischenfruchtaussaat per Drohne entscheiden mehrere Stellschrauben darüber, ob die Zwischenfrucht gelingt. Das Saatgut wird 1 bis 10 Tage vor der Ernte mit einer Drohne in den Bestand gestreut.

Für eine erfolgreiche Zwischenfruchtaussaat mit der Drohne müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Neben der passenden Kultur und dem Herbizidmanagement sind weitere Faktoren zu berücksichtigen. Weiterführende Informationen vermittelt der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) im Beitrag Drohnensaat von Zwischenfrüchten – Chancen, Grenzen und Praxistipps mit einer Entscheidungsmatrix zur Drohnensaat.

Einen großen Einfluss hat die Auswahl der Zwischenfruchtmischung. Neben der Fruchtfolge, den Zielen des Zwischenfruchtanbaus sowie den Standort- und Klimabedingungen ist hier die Beschaffenheit des Saatgutes von Bedeutung.

Welche Eigenschaften sind gefragt?

Zu beachten sind zunächst die technischen Voraussetzungen, die die Drohne als Applikationseinheit mit sich bringt: Eine Drohne kann lediglich 10 bis 100 kg Saatgut laden und muss bei zu großem oder schwerem Saatgut häufig wieder befüllt werden. Am besten eignet sich daher Saatgut mit einem niedrigen Tausendkorngewicht (TKG) von 2 g (Phacelia, Chia, Kleearten, etc.) bis 40 g (Sommerwicke).

Bei einem sehr niedrigen TKG (Grassamen) muss der Streuradius verkleinert werden, da sonst die leichten Samen weniger breit verteilt werden würden als schwerere Komponenten. Durch das uneinheitliche Streubild würde ein heterogener Pflanzenbestand entstehen, der nicht die gewünschten Ziele des Zwischenfruchtanbaus erfüllt.

Einzelne Hersteller bieten Mantelsaatgut an, welches u. a. kohlensauren Kalk, Gesteinsmehle, Makro- und Mikronährstoffe sowie teilweise auch Tonteilchen als Ummantelung der Samen enthält. Dadurch erhöht sich zwar das TKG, allerdings verbessern sich die Flugeigenschaften insbesondere bei kleinen und sehr leichten Samen.

Bei der Aussaat sollte auf die Keimbedingungen im Bestand der Hauptkultur geachtet werden. Das Drohnensaatgut liegt nach dem Streuen zunächst auf der Bodenoberfläche auf. Unter günstigen, feuchten Bedingungen ist eine schnelle Keimung zu erwarten. Insbesondere bei trockener, warmer Witterung verzögert sich die Keimung. Hier sollte bei der Ernte unbedingt das Stroh gehäckselt und durch den Mähdrescher gleichmäßig als schützende Strohschicht verteilt werden. Der Einfluss von Keimbedingungen und Strohverbleib wird in der Entscheidungsmatrix deutlich.

Die technische Umsetzung der Drohnenaussaat erfordert tendenziell trockentolerante Lichtkeimer. Wächst die Zwischenfrucht mehrere Tage im Bestand der Hauptkultur, ist eine gewisse Schattentoleranz bei der Zwischenfrucht erforderlich.

Wüchsige, schnellwachsende Arten unterdrücken Unkräuter, Ungräser und Ausfallgetreide wirkungsvoll, sodass sich die Zwischenfrucht ohne den schädlichen Einfluss konkurrierender Arten etablieren und entwickeln kann. Da keine Bodenbearbeitung zur Beseitigung von Ausfallgetreide und bereits aufgelaufenen Unkräutern und Ungräsern erfolgt, ist die zügige Etablierung der Zwischenfrucht sehr wichtig.

Geeignete Pflanzenarten

Bewährt haben sich insbesondere kleinkörnige Komponenten. Phacelia, Öllein, Ramtillkraut, Abessinischer Senf, Ölrettich / Meliorationsrettich, Rauhafer und nahezu alle Kleearten eignen sich für die Aussaat per Drohne. Weitere Komponenten wie Chia sind in der Erprobung.

Ausblick

Neben der Frage, ob eine Zwischenfruchtaussaat auch in anderen Kulturen als Getreide möglich und sinnvoll ist, gilt es zukünftig zu untersuchen, welche Mischungszusammensetzungen unter welchen Bedingungen besonders gut funktionieren.

 

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