Körnermais nach Trockenstress – dreschen oder häckseln?

Die Trockenheit hat regional deutliche Spuren in den Maisbeständen hinterlassen. Besonders die Ausbildung der Kolben ist sehr unterschiedlich. Neben gut ausgebildeten Kolben finden sich schlecht befruchtete Bestände mit geringer Kornanzahl oder kolbenlose Pflanzen. Bei ursprünglich zur Körnermaisernte vorgesehenen Beständen stellt sich daher die Frage:

Lohnt sich der Drusch oder ist eine alternative Nutzung als Silomais sinnvoller?
Eine Einschätzung vom Feldrand reicht nicht aus. Gerade bei Trockenstress können die Unterschiede innerhalb eines Schlages erheblich sein. Deshalb sollte der Bestand an mehreren repräsentativen Stellen bonitiert werden. Dabei müssen sowohl unterschiedlich entwickelte Teilflächen, als auch unterschiedliche Standorte getrennt betrachtet werden.
Faustformel zur Ertragsschätzung:
Kornertrag (dt/ha) = Kolben/m² × Körner/Kolben × TKG (g) ÷ 10.000
Entscheidend ist dabei nicht allein die Größe des Kolbens. Gerade nach Trockenstress können Kolben zwar vorhanden sein, jedoch nur wenige oder schlecht ausgebildete Körner tragen. Ist nur ein geringer Kornertrag zu erwarten, sollte auch eine Nutzung der Gesamtpflanze geprüft werden. Je nach regionalen Möglichkeiten kommen insbesondere die Abgabe an einen Milchviehbetrieb oder eine Biogasanlage infrage.
Weitere Hinweise zur Beurteilung trockengeschädigter Maisbestände und zum richtigen Erntezeitpunkt enthält der Beitrag „Maisabreife 2026 – Besonderheiten für die Milcherzeugung“.
Ob sich der Drusch oder eine alternative Nutzung wirtschaftlich besser rechnet, hängt unter anderem von Kornertrag, Kornfeuchte, Trocknungs- und Erntekosten sowie den erzielbaren Preisen für Körnermais beziehungsweise die Ganzpflanze ab.
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