Artenreiches Grün in (kleinen) Kommunen nachhaltig fördern und etablieren – durch Ausbildung von Biodiversitätslotsen und Anlage von Demonstrationsflächen

Projektbeschreibung

Der Begriff Biodiversität und die Dringlichkeit, diese zu bewahren, sind in aller Munde. Auch in unseren Dörfern schlummert ein großes – oft ungenutztes – Potential. Das vom Hessischen Landwirtschaftsministerium (HMLU) geförderte Projekt der Hessischen Gartenakademie (HGA) „Artenreiches Grün in (kleinen) Kommunen nachhaltig fördern und etablieren – durch Ausbildung von Biodiversitätslotsen und -lotsinnen und Anlage von Demonstrationsflächen“ setzt für mehr biologische Vielfalt auf die Ausbildung von Personen mit Multiplikatorwirkung sowie auf Vorbildeffekte.

Die Projektziele im Überblick

Ziel des Projektes ist es, das Grün öffentlicher Flächen, Gewerbegebiete, Ortsrandlagen und angrenzender Obstanlagen nachhaltig und praxisnah zu stärken. Da es im Ortsinneren oft nur wenige Grünflächen gibt, sind auch die Nutz- und Privatgärten bei der Biodiversitätsförderung von großer Bedeutung. Mit ihnen im Verbund kann ein grünes Biotopnetzwerk geschaffen werden.

Das Projekt schließt unmittelbar an sein Vorgängerprojekt „Klimawandel, Schaderreger, Artenrückgang – Herausforderungen für das Öffentliche und Private Grün“ an. In dessen Rahmen wurde deutlich, dass es kleineren Kommunen oft an personellen und finanziellen Strukturen sowie an Angeboten und Informationsmaterialien mangelt, die an die speziellen Anforderungen der kleinen Kommunen angepasst sind. Um dem entgegenzuwirken, werden nun in Form eines einwöchigen Bildungsurlaublehrgangs Lotsen und Lotsinnen ausgebildet, die als Schnittstelle zwischen Kommunen und Bürgern fungieren. Sie sollen unterstützend zu den Themen Dorf- und privates Grün sowie Klimawandel und Artenrückgang tätig werden. Auch werden Modellanlagen, die als Vorlage für Interessierte dienen können, sowohl für Kommunen als auch im Privaten identifiziert und neu angelegt. Als Beispiel kann der Biodiversitätsparcours in der Obstanlage der HGA in Geisenheim fungieren, der aktuell erarbeitet und angelegt wird. Zudem wird die HGA ihr Broschüren-, Info- und Seminarangebot u.a. im Hinblick auf Biodiversitätsaspekte erweitern.

Projektlaufzeit: 2023-2027


2 Logos: Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (links) und Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (rechts)
Ausbildung zum Biodiversitätslotsen / zur Biodiversitätslotsin

Multiplikatoren für mehr artenreiches Grün in Städten und Dörfern

Hessische Gartenakademie (HGA) bildet am Standort Geisenheim Biodiversitätslotsen und -lotsinnen aus

Die Ausbildung von Biodiversitätslotsen und -lotsinnen ist ein Schwerpunkt des vom Hessischen Landwirtschaftsministerium (HMLU) geförderten Projektes „Artenreiches Grün in (kleinen) Kommunen nachhaltig fördern und etablieren − durch Ausbildung von Biodiversitätslotsen und -lotsinnen und Anlage von Demonstrationsflächen.

Kommunale und umweltbezogene Aspekte gemeinsam denken

Unter dem Motto: „Eins, zwei, drei, vier, …, viele − der Weg der Multiplikation“ werden seit Juni 2024 im Rahmen der Veranstaltung „Nachhaltig Gärtnern: Ausbildung zum Biodiversitätslotsen / zur -lotsin“ an der HGA in Geisenheim Interessierte geschult. Das Seminar ist konzeptionell eingebettet in die bereits etablierte und gut nachgefragte Bildungsurlaubsreihe „Nachhaltig Gärtnern“, die nun aus vier, auch einzeln buchbaren, Modulen besteht. Im Rahmen dieser Serie können Teilnehmende außerdem Abschlüsse wie Fachwart/in für Obst und Garten oder Fachberater/in im Kleingartenwesen erwerben.

Sie haben Lust, in Ihrem Lebensumfeld etwas Sinnvolles für Mensch und Umwelt zu tun?

Wir wollen Sie in Ihrem Engagement unterstützen und Ihnen Werkzeuge an die Hand geben, um Ihre Motivation gezielt in eigenen Projekten erfolgreich umzusetzen!

Als Biodiversitätslotse werden Sie in Ihrer Kommune zu einem Ansprechpartner in Sachen Ortsbegrünung. Dafür müssen Sie keine Ausbildung im grünen Bereich vor­weisen, sondern einfach Lust haben, grüne Inseln für Menschen und Tiere zu schaffen. Unterstützen Sie Kom­munen, ansässige Gewerbeeinrichtungen und Haus- und Gartenbesitzer bei der Umsetzung von Maßnahmen für mehr Artenvielfalt, Klimaanpassung und lebenswerte Naturräume!

Wie wird man Biodiversitätslotse / Biodiversitätslotsin?

Durch den Besuch des einwöchigen Lehrgangs „Nachhaltig Gärtnern: Ausbildung zum Biodiversitätslotsen / zur Biodiversitätslotsin“ an der Hessischen Gartenakademie in Geisenheim. Dieser ist als Bildungsurlaub anerkannt.

Im Seminar erwartet Sie eine ausgewogene Kombination aus Wissensvermittlung, Austausch und Eröffnung neuer Perspektiven.

Außerdem:

  • Ideen und Anregungen für Projekte im urbanen Grün und im Bereich nachhaltiges Dorfgrün
  • Grundlagenwissen der Grünen Dorfentwicklung: Von der Planung bis zur Pflege mit Fokus auf bio­diversitätsfördernden Aspekten
  • Hilfreiche Tipps zur finanziellen Ausstattung Ihrer Vorhaben
  • Streifzüge durch kommunale Grünstrukturen mit Vorbildcharakter in der Region
  • Etablierte Initiativen und Vereine stellen sich vor und berichten von ihrem ehrenamtlichen Einsatz, ihren Erfolgen, aber auch von den bestehenden Hemmnissen
  • Raum für aktiven Austausch und Vernetzungsmöglichkeiten mit Gleichgesinnten
  • Mitmachen erwünscht: Mit lebendigen, praxisnahen Übungen treten Sie mit in Aktion

Wir freuen uns auf Sie!

Aktuelle Termine

… zu den Fortbildungsterminen

Rückblick

Biodiversitätsparcours

Kommunen

Wir möchten Kommunen im Projekt vielfältige Hilfestellungen und Anregungen an die Hand geben, um artenreiches Grün nachhaltig zu fördern:

  • durch die Ausbildung von Multiplikatoren,
  • durch die Anlage von Modellprojekten, wie
    – dem Biodiversitätsparcours und
    – Demonstrationsflächen in Kooperationskommunen
  • sowie durch die Bereitstellung von Maßnahmen-Infotafeln.

Demonstrationsflächen


Infotafeln

Maßnahmen-Infotafeln für mehr Biologische Vielfalt –
Hessische Gartenakademie stellt Erklärtafeln bereit

Warum ist diese Wiese noch nicht gemäht? Warum wurden hier Steine angehäuft? Wertvolle Beiträge zum Natur- und Artenschutz sind für viele Menschen auf den ersten Blick nicht erkennbar. Ohne Erklärung wirken solche Flächen und Strukturen schnell „ungepflegt“ oder zufällig entstanden.

Um Verständnis, Akzeptanz und Wertschätzung für diese Maßnahmen zu fördern, haben wir im Rahmen des vom Hessischen Landwirtschaftsministerium (HLMU) geförderten Projektes „Artenreiches Grün in (kleinen) Kommunen nachhaltig fördern und etablieren […] anschauliche und leicht verständliche Maßnahmeninfotafeln entwickelt.

Sie erklären kurz und prägnant, warum bestimmte Bereiche nicht gemäht werden oder weshalb eine mineralische Mulchauflage noch kein Schotterbeet macht – und welchen wichtigen Unterschied das in Punkto Artenvielfalt bedeutet.

Die ersten Tafeln stehen kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung und können von Kommunen, Vereinen, Bildungseinrichtungen oder Privatpersonen genutzt werden. Es ist möglich die Schilder mit dem eigenen Logo zu personalisieren.

So möchten wir dazu beitragen, Biodiversität sichtbar zu machen, Wissen zu vermitteln und möglichst viele Menschen für den Schutz unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu sensibilisieren.

Schild: Wir blühen durch (Projekt

Wir blühen durch

Mineralischer Mulch im Beet ist nicht gleich Schotterbeet

Schild: Grüne Vernetzungsstelle (Projekt

Grüne Vernetzungsstelle

Allgemeingültiges Schild für
verschiedene biodiversitätsfördernde Strukturen

Kontakte
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