Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

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Energiepflanzenanbau mit Sorghum-Blühmischungen – Forschungsprojekt gestartet

Europa soll bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Erdöl und Erdgas nach und nach durch regenerativ erzeugte Rohstoffe ersetzt werden. Die Landwirtschaft spielt bei der Bereitstellung pflanzlich erzeugter Biomasse zur Energiegewinnung eine Schlüsselrolle.

Schwere Sorghumrispen versprechen gute Erträge!
Schwere Sorghumrispen versprechen gute Erträge
Möglicher Mischungspartner: Phacelia
Möglicher Mischungspartner: Phacelia

Obwohl sich neben Mais zahlreiche Pflanzen, wie zum Beispiel Sorghumhirsen oder die Durchwachsene Silphie, zur Energiegewinnung eignen, dominieren Maismonokulturen die Energiefruchtfolgen. Dieser intensive Energiepflanzenanbau kann sich jedoch negativ auf die Umwelt auswirken. So ist aus Sicht der Insekten unter anderem eine mögliche Verarmung der Trachtpflanzen problematisch.

Um den insektenfreundlichen Anbau von Biomassefrüchten weiterzuentwickeln, wurde das Verbundvorhaben „SoBinEn“, Sorghum-Blühmischungen für einen insektenfreundlichen Energiepflanzenanbau, gestartet. Übergeordnetes Ziel des Vorhabens ist es, die Äcker als landwirtschaftlich rentable Anbauflächen für den Energiepflanzenanbau zu nutzen und gleichzeitig dort Blühangebote für Bienen zu schaffen. Im neuen Projekt soll der Anbau von frühreifen, rispenbetonten Sorghumhirsen (Sorghum bicolor) in Kombination mit Blühpflanzen, die einen hohen Trachtwert für Bienen haben, getestet werden. Sorghum ist hier der Biomassebringer, bietet aber gleichzeitig durch seinen als Proteinquelle fungierenden Pollen während der kritischen Trachtlücke im Spätsommer einen Nutzen für Bienen. Durch die beigemischten Blühpflanzen soll zusätzlich Nektar bereitgestellt werden, und so der agrarökologische Nutzen dieser Flächen weiter gesteigert werden.

SoBinEn wird von einem interdisziplinären Projektteam mit Experten aus Pflanzenbau, Pflanzenzucht und der Bienenkunde getragen:

Projektkoordination:

  • Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU); Professur für Pflanzenzüchtung

Partner:

  • Technologie- und Förderzentrum (TFZ), Straubing
  • Deutsche Saatveredelung AG (DSV), Lippstadt
  • Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Bieneninstitut Kirchhain

Assoziierter Partner:

  • Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG (NPZ), Holtsee

Projektschwerpunkte

Aufgabe der Pflanzenbauspezialisten des TFZ ist, das Anbauverfahren zu optimieren und zu prüfen, ob der Mischanbau die Erwartungen in einen verbesserten Vorfruchtwert und einen verbesserten Grundwasser- bzw. Bodenschutz erfüllt. Die Pflanzenzüchter der JLU werden Sorghum-Genotypen suchen, die sich aufgrund ihrer Pflanzenarchitektur besonders gut für einen Gemengeanbau eignen. Die Pflanzenzüchter der DSV werden insektenattraktive Leguminosen und andere Blühpflanzen bereitstellen und deren Eignung als Mischungspartner testen. Wir, die Projektmitarbeiter auf Seiten des Bieneninstituts Kirchhain, werden prüfen, welche Blühpflanzen unter den Bedingungen der Mischkultur für die Honigbiene wertvoll sind.

Das auf 3 Jahre angelegte Vorhaben startete zum 01. Mai. 2020. Im ersten und zweiten Projektjahr werden wir uns intensiv mit den Blühpflanzen befassen. Wir werden die Entwicklung der Bestände beobachten, die Blütenanzahlen bonitieren und den Bienenbeflug der Pflanzen untersuchen. Außerdem sollen Bienenvölker zu den Versuchsflächen verbracht werden. Deren Sammelverhalten werden wir charakterisieren, indem wir die botanische Herkunft der eingetragenen Pollen bestimmen. Im zweiten Jahr testen wir die Wertigkeit besonders geeigneter Gemengepartner als Bienennahrung. Im dritten Jahr sollen Demonstrationsflächen in Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben angelegt werden, um den Nutzen für Bienen unter Realbedingungen zu zeigen. Schließlich möchten wir unsere Ergebnisse an Beratung, Landwirte und Behörden vermitteln.

Eine detaillierte Projektdarstellung finden Sie auf der Website der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe.

Projektdarstellung auf der Website der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Logo Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


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