Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Bieneninstitut Kirchhain

Verbundprojekt SMR-Selektion bei Bienen

Die Zuchtarbeit und nachhaltige Varroakontrolle sind zwei der Arbeitsschwerpunkte am Bieneninsitut Kirchhain, die im Projekt SMR-Selektion zusammengeführt werden.
Dabei steht die Selektion varroaresistenter Bienen durch Steigerung einer von den Bienen unterdrückten Milbenreproduktion (SMR – aus dem Englischen: suppressed mite reproduction, Abb. 1), sowie dem Ausräumen (VSH – varroasensitive Hygiene) beziehungsweise Öffnen und Wiederverdeckeln befallener Zellen (REC – aus dem Englischen: Recapping, Abb. 2) im Mittelpunkt des seit März 2019 für drei Jahre von der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projektes. Es wird vom Bieneninstitut Kirchhain im Verbund mit dem Deutschen Imkerbund (DIB) und dem Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf koordiniert. Im Mittelpunkt steht jedoch die Arbeit privater Züchter, die in den beiden Zuchtverbänden „Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht (AGT)“ und „Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker (GdeB)“ organisiert sind.

Varroa-Familie
Abbildung 1a: Varroamilben in Brutzellen ca. neun Tage nach Verdecklung. Links: ungestörte Reproduktion mit drei Töchtern und einem Sohn.
SMR
Abbildung 1b: Varroamilben in Brutzellen ca. neun Tage nach Verdecklung. Rechts: unterdrückte Reproduktion (SMR), da erst ein Ei gelegt wurde.
Anhand einer Brutprobe werden die SMR und REC Eigenschaften zahlreicher Prüfvölker bewertet und in die Zuchtwertschätzung auf Varroaresistenz einbezogen. Mittels ein-Drohn-besamter Königinnen sollen in dem mehrjährigen Programm spezielle SMR-Selektionslinien aufgebaut und ab 2021 als Drohnenspender auf Belegstellen zur Verfügung stehen. Parallel zur Zuchtauslese werden begleitende Versuche am Bieneninstitut Kirchhain durchgeführt, die das Zusammenspiel und die Wirkung der einzelnen Resistenzmechanismen genauer beleuchten werden.

Auch wenn die Anzahl der zu betreuenden Prüfvölkchen schon ausgereizt ist, kann immer noch verschiedentlich am Projekt mitgewirkt werden. So können die Regionalgruppen beispielsweise durch die Bereitstellung stark vermilbter Völker oder die Mitwirkung bei Brutuntersuchungen unterstützt werden. Auch das Einsenden von Brutproben aus eigenen, leistungsgeprüften Völkern ist kostenfrei möglich. Die SMR und REC Ergebnisse der Brutuntersuchung (Abb. 3) werden ihnen für die eigene Zuchtplanung zur Verfügung gestellt. Eine Anleitung zur Probennahme, sowie die entsprechenden Probenbegleitprotokolle finden Sie am Ende der Seite.

Arbeiterinnen öffnen Brutzellen im Puppenstadium
Abbildung 2: Arbeiterinnen öffnen Brutzellen im Puppenstadium, die später erneut verdeckelt werden (REC)
Brutanalyse zur REC- und SMR-Ausprägung am Bieneninstitut Kirchhain
Abbildung 3: Brutanalyse zur REC- und SMR-Ausprägung am Bieneninstitut Kirchhain

Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung.

 

 

 


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