Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Gesunder Boden – Grundlage des Ackerbaus

Ein gesunder und leistungsfähiger Boden steht im Mittelpunkt eines jeden Betriebes, denn er ist der Ausgangspunkt der natürlichen Wirkungskette: „Gesunder Boden – gesunde Pflanzen – gesunde Tiere – gesunde Menschen“. Alle Anbaumaßnahmen sollten daher auf die Erhaltung und Steigerung der vorhandenen Bodenfruchtbarkeit ausgerichtet sein.

Der Landwirt: Manager seines Bodens

Ein Boden entsteht, wenn Gestein unter klimatischen Einflüssen mit einer streubildenden Vegetation durch bodenbildende Prozesse wie Verwitterung, Zersetzung und Verlagerung umgewandelt wird.
Ein Ackerboden entwickelt sich zudem unter Einfluss der Bewirtschaftung. Ob diese Entwicklung positiv oder negativ verläuft, ist vom Management des Bewirtschaftenden abhängig. In diesem Zusammenhang lohnt es, folgenden Gedanken zu spinnen: Landwirtinnen und Landwirte sind in diesem Sinne keine Produzenten, auch wenn Betriebsleitungen unternehmerisch denken und handeln müssen. Die Produkte, die letztlich verkauft werden, produziert nicht der Landwirt selbst, sondern er schafft die richtigen Bedingungen, damit sie im Zeitverlauf einer Vegetationsperiode entstehen können. Nach Ablage des Samens im Boden wachsen die Pflanzen selbstständig heran und dienen später als Nahrungsmittel oder Futter für Tiere, welche sich wiederum ihren Anlagen entsprechend entwickeln. Von Seiten der Bewirtschaftenden sind viele Hilfestellungen über diese Wachstumsphasen notwendig, damit Pflanzen und Tiere sich so entwickeln, dass die Betriebsleitungen als unternehmerisch Tätige einen Gewinn damit erzielen können. D.h. ein Landwirt ist in erster Linie Manager seines Bodens. Als Manager ist eine belastbare Strategie ein Grundbaustein.

Wie kann so eine Strategie für das Bodenmanagement aussehen?

Spatenprobe im Ackerland
Spatenprobe im Ackerland
Bodengefüge mit deutlicher Durchwurzelung
Bodengefüge mit deutlicher Durchwurzelung

Zu Beginn ist es wichtig, eine Bestandsaufnahme des Bodenzustandes zu machen. Ein guter Überblick kann mit einer einfachen Spatendiagnose gelingen. Dazu auf einer Fläche einen möglichst repräsentativen Bereich auswählen, der auch mit Pflanzen bewachsen ist. Dort mit dem Spaten bis zum Ende des Blatts einstechen. Wichtig beim Herausheben des abgetrennten Bodens ist, den Spaten nur leicht seitlich hin und her zu bewegen. Eine Bewegung vor und zurück würde das Bodengefüge pressen und erlaubt im Anschluss kein repräsentatives Bild über den Zustand des Bodens.

Ein echter, belebter Boden ist an den vielen kleinen Bodenkrümeln zu erkennen. Die Bodenkrümel haben viele Aus- und Einbuchtungen und liegen locker zusammen im Boden. Wird der Boden mit der Hand auseinander gebrochen ist eine Schwammstruktur zu erkennen. In dieser Schwammstruktur sind viele kleine Wurzeln und oftmals auch Regenwürmer zu finden.

Demgegenüber stehen dichte, unbelebte Bodenteile. Diese haben scharfe, klare Umrisse und glatte Bruchkanten. Werden diese Teile mit der Hand zerbrochen, lassen sie sich in der Regel spiegelbildlich wieder zusammensetzen. Ist das Ergebnis der Spatenprobe ein dichter, unbelebter Boden können verschiedene Maßnahmen zu einer Verbesserung beitragen:

  • Schadverdichtungen vermeiden
  • Fruchtfolgegestaltung (bspw. tiefwurzelnde Kulturen zur Lockerung)
  • Regelmäßige Kalkversorgung der Böden
  • Humusaufbau
  • Bodenanalysen (Nährstoffversorgung im Blick behalten)

Eine Verbesserung des Bodens geschieht durch die kontinuierliche Arbeit der dort lebenden Organismen. Diese „Herde unter der Erde“ gilt es zu fördern und zu ernähren.

Weitere Informationen zur Bodenzustandsbeurteilung.

 


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