Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Freizeitgartenbau/Gartenakademie

Lebensbaum?

Wenn man sich die Anfragen beim Gartentelefon anschaut, muss die Frage erlaubt sein, ob Thuja occidentalis seinen deutschen Namen zu Recht trägt. Es gibt kaum eine Gartenpflanze, die uns mehr Anfragen beschert.

Thujahecke, nach Trockenheit abgestorben
Thujahecke, nach Trockenheit abgestorben

Oft ist der „böse Nachbar“ schuld, wenn Pflanzen eingehen.

Meist sind die Ursachen aber nicht beim Nachbarn – und auch nicht bei irgendwelchen Schädlingen oder Pilzen zu finden. Oft sind die Schäden „hausgemacht“ und lassen sich auf den falschen Ehrgeiz der Gartenbesitzer zurückführen.

Der richtige Standort

Thuja occidentalis kommt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika und liebt einen boden- und luftfeuchten Standort. Schwere, zur Verdichtung neigende Lehm- oder gar Tonböden sind ungeeignet. Hier kann es zu Schäden durch den Bodenpilz Phytoph-thora bis hin zum Ausfall ganzer Hecken kommen. Manchmal stellt sich auch heraus, dass die regelmäßige automatische Bewässerung erst die optimalen Bedingungen für den Pilz geschaffen hat.

Borkenkäfer und Larve
Borkenkäfer und Larve
Thuja-Trockenschaden
Thuja-Trockenschaden

Häufiger sind allerdings Trockenschäden zu beobachten. Wenn Nadelgehölze braune Nadeln zeigen, ist es für eine Bewässerung oft schon viel zu spät. Häufig wird der Schaden schon im Winter gesetzt, denn immergrüne Nadel- und Laubgehölze transpirieren im Gegensatz zu laubabwerfenden Gehölzen weiter. Besonders gefährlich ist die Kombination Sonnenschein & gefrorener Boden. Die Pflanzen können dann kein Wasser nachführen und vertrocknen, wenn dieser Zustand lange anhält. Die Folgen dieser sogenannten Frosttrocknis zeigen sich bei Nadelgehölzen oft erst Monate später. Die Nadeln bleiben noch lange grün, obwohl sie schon abgestorben sind. Man spricht vom sog. „Blumenvaseneffekt“. In jüngerer Zeit geben vielfach Borkenkäfer den durch Trockenheit vorgeschädigten Hecken den Rest.

Den Pflanzen genug Raum lassen

Einen großen Einfluss auf das Gelingen einer Thujahecke nimmt der Gartenbesitzer selbst. Viele pflanzen nur deshalb eine Hecke, weil sie möglichst schnell einen Sicht-schutz zum Nachbarn haben wollen. Also werden möglichst große Pflanzen gekauft – am besten noch aus Holland geholt, weil sie da billiger sind – und möglichst dicht gepflanzt. Wenn der Boden und der Standort geeignet sind, geht das auch eine ganze Zeit gut. Irgendwann machen sich aber die Nachbarn in der Hecke aufgrund des zu geringen Wurzelraums derart starke Konkurrenz, dass einer oder mehrere auf der Strecke bleiben (müssen).

Es ist außerdem eine Zumutung, nicht nur für den Nachbarn, wenn man seine Thujahecke auf drei oder gar vier Meter Höhe wachsen lässt. Wenn es also Thuja sein muss:
Verbessern Sie den Boden, wenn nötig, und geben Sie den Pflanzen ausreichend Wurzelraum. Auch die Breite des Pflanzstreifens ist hier spielentscheidend!

Tipps zum Gelingen

  • Verwenden Sie lieber kleinere, jüngere Heckenpflanzen. Diese können sich noch besser an den neuen Standort anpassen und der finanzielle Schaden ist viel geringer, wenn mal ein Bäumchen ausfällt.
  • Haben Sie Geduld und lassen Sie die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
  • Kontrollieren Sie ab und zu mit dem Spaten, ob die Wurzeln ausreichend Wasser haben, und wässern Sie möglichst zeitnah. Eine Mulchschicht auf dem Pflanzstreifen verringert den Wasserstress vor allem im Winter.

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