Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

Saatbettbereitung zur Sojabohne

Um die spätere Unkrautregulierung im Sojabestand zu erleichtern, und somit den Grundstein für einen erfolgreichen Sojaanbau zu legen, kann ein Teil des Unkrautdrucks bereits mit der Saatbettbereitung von der Fläche genommen werden.

Falsches Saatbett als Baustein der Unkrautregulierungsstrategie in Betracht ziehen

Falsches Saatbett auf ca. 5,5 cm, kein flächiger Schnitt, Zwischenfruchtstoppel stehen teils noch

Hierfür wird einmal ca. 10-14 Tage vor der geplanten Aussaat, ein sogenanntes „falsches Saatbett“ hergestellt. Dazu lockert man den Boden maximal bis zur Ablagetiefe des Saatgutes (4-5 cm) mit einem flach arbeitenden Bodenbearbeitungsgerät, wie etwa einem Federzinkengrubber, einer Egge oder ähnlichem. Ziel dabei ist, genügend Feinerde zur Keimung von Unkraut zu erzeugen, ohne dabei die vorhandene Krümelstruktur des Bodens zu zerstören. Bei dem Einsatz von rotierenden Geräten oder Flügelscharen mit starren Zinken besteht gerade im Frühjahr die Gefahr den Bearbeitungshorizont zu verschmieren. Um einen relativ ebenen Horizont herzustellen, können Gänsefußschare an gefederten Zinken eingesetzt werden.

Die durch die Bodenbewegung und den Lichtreiz zur Keimung angeregten Unkräuter werden dann mit dem jeweils nachfolgenden Arbeitsgang beseitigt. Dies kann die eigentliche Saatbettbereitung oder auch eine separate Überfahrt z.B. mit dem Striegel sein. Wichtig ist dabei, das nicht tiefer als beim ersten Arbeitsgang gearbeitet wird, da so neue Unkrautsamen zum Keimen angeregt werden würden. Außerdem sollten sich die Unkräuter in einem möglichst empfindlichen Entwicklungsstadium, wie dem Keimblattstadium, befinden. Wie bei allen Körnerleguminosen ist die Befahrbarkeit der Flächen das oberste Gebot! Je nach Region wird diese momentan wohl noch nicht überall gegeben sein.

Kapillarität unterbrechen

Durch eine Bodenbearbeitung wird außerdem die Kapillarität unterbrochen und somit die notwendige Feuchtigkeit für die Keimung der Sojabohnen im Saathorizont gehalten. Eine noch tiefere Bearbeitung dagegen führt je nach Boden zum hoch holen grober Kluten sowie zu unnötigen Wasserverlusten, die nach den Erfahrungen der letzten Jahre unbedingt vermieden werden sollten.

Bodenzustand nach der Bearbeitung und zur Sojaaussaat

Der ideale Boden zur Aussaat sollte frei von Kluten und eben sein. Wichtig ist aber auch, dass das Saatbett durch die vorherigen Arbeitsgänge nicht zu fein wird, da hierdurch die Gefahr von Verschlämmung nach stärkeren Niederschlägen steigt und die Sojabohnen dann unter Umständen ungleichmäßig auflaufen. Durch das Anlegen eines falschen Saatbettes ist auch eine schnellere Bodenerwärmung zu erwarten. Unter trockenen Bedingungen gibt es im Optimalfall vor oder nach dem Herrichten des falschen Saatbettes nochmal einige Liter Niederschlag um dann gute Keimbedingungen für die Unkrautsamen zu ermöglichen. Achten Sie bei größeren Niederschlagsmengen vor den Bodenbearbeitungsmaßnahmen aber unbedingt auf die Befahrbarkeit, um Verdichtungen zu vermeiden. Soja reagiert hierauf sehr empfindlich. Für die Sojabohnenaussaat sollte die Bodentemperatur bei mindestens 10°C liegen.


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