Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Pflanzenschutz

Spritzbrühe richtig anrühren

In der vergangenen Saison wurde immer wieder über Ausflockungen, Schlierenbildung, Schleimbildung oder Ablagerungen in der Spritze berichtet. Diese Probleme können viele Ursachen haben.

Zum Beispiel die Anzahl der Mischpartner, die Wasserhärte und die Wassertemperatur. Oft ist aber auch einfach die Reihenfolge der Pflanzenschutzmittel, wie sie in den Tank gefüllt werden, die Ursache für Mischungsprobleme. Aber neben „einfachen“ Mischungsproblemen kann es auch zu deutlichen Minderwirkungen führen, wenn die Mischungsreihenfolge nicht eingehalten wird, da sich manche Pflanzenschutzmittel zum Beispiel nur unter hohen pH-Werten lösen, aber für die Wirkung niedrige pH-Werte benötigen.

Einfluss der Wasserhärte

Kennen Sie die Wasserhärte dH°(Anteil an Calcium und Magnesium- sowie anderen Erdalkaliionen) sowie den Säuregehalt (pH) Ihres Wassers?

Die Wassereigenschaft beeinflusst die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln. Hohe pH-Werte (pH 8-9) fördern die Hydrolyse, also den Abbau von PSM. Davon sind z.B. v.a. die Pyrethroide aber auch andere PSM, z.B. Sulfonylharnstoffe, betroffen. Hier kann die z.B. Beimischung von Zitronensäure 200 g pro 100 L am Ende der Befüllung Abhilfe schaffen. Eine hohe Wasserhärte ( > 14°dH) führt bei negativ geladenen PSM zu Komplexbildung und Inaktivierung. In solchen Fällen sollte das Wasser vor Zugabe des PSM im Spritzentank konditioniert werden (z.B. durch Zugabe von SSA 1,5 bis 2,5 kg pro 100 L).

Reihenfolge der Befüllung

Um einen guten Wirkungsgrads zu erreichen, sollte auf die richtige Rehienfolge beim Ansetzen der Spritzbrühe geachtet werden.

  1. Spritze mit ca. 50 % Wasser füllen
  2. Rührwerk bei mittlerer Intensität einschalten.
  3. Gegebenenfalls Antischaummittel zumischen.
  4. Feste Dünger oder feste Mikronährstoffe hinzufügen.
  5. Feste Formulierungen einfüllen (Formulierungen wie WG, WP, SG, SP)
  6. Flüssige, wasser-basierte Formulierungen einfüllen. (Formulierungen wie SC, CS, SL)
  7. Flüssige lösungsmittel-basierte Formulierungen zugeben. (Formulierungen wie SE, EW, EO, EC, EG, DC, OD ME)
  8. Formulierungshilfsstoffe, Flüssigdünger, Spurennährstoffe oder Zusätze einfüllen.
  9. Restliches Wasser einfüllen.

Was heißt das konkret?

Aktuell werden die Frühjahrsherbizideinsätze geplant und oder durchgeführt. Somit ein Bespiel für eine aktuelle Mischung:

Atlantis Flex+Biopower
0,33 kg/ha + 1,0 l/ha
Biathlon 4D+Dash
0,07 kg/ha + 1,0 l/ha
AHL
30 l/ha

Oder

SSA
5 kg/ha

Folgene Reihenfolge sollte bei der Mischung eingehalten werden:

Mischung mit AHLMischung mit SSA
a. Wasser 50 – 75 % der Spritzbrühea. Wasser 50 – 75 % der Spritzbrühe
b. Atlantis Flexb. SSA oder Harnstoff lösen
c. Biathlon 4Dc. Atlantis Flex
d. Warten bis Herbizide voll gelöst sindd. Biathlon 4D
e. Formulierungshilfsstoffe Biopower + Dashe. Warten bis Herbizide voll gelöst sind
f. AHLf. Formulierungshilfsstoffe Biopower + Dash
g. Restliches Wasserg. Restliches Wasser

 


Dieser Beitrag stammt aus der Beratungs-Info Pflanzenproduktion Hessen-Nord/Mitte des LLH.

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