Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Pflanzenschutz

Spritzbrühe richtig anrühren

In der vergangenen Saison wurde immer wieder über Ausflockungen, Schlierenbildung, Schleimbildung oder Ablagerungen in der Spritze berichtet. Diese Probleme können viele Ursachen haben.

Zum Beispiel die Anzahl der Mischpartner, die Wasserhärte und die Wassertemperatur. Oft ist aber auch einfach die Reihenfolge der Pflanzenschutzmittel, wie sie in den Tank gefüllt werden, die Ursache für Mischungsprobleme. Aber neben „einfachen“ Mischungsproblemen kann es auch zu deutlichen Minderwirkungen führen, wenn die Mischungsreihenfolge nicht eingehalten wird, da sich manche Pflanzenschutzmittel zum Beispiel nur unter hohen pH-Werten lösen, aber für die Wirkung niedrige pH-Werte benötigen. Dies ist besonders der Fall bei den Sulfonylharnstoffen im Bereich Gräserherbizide. Somit sollte gerade hier, in diesem Bereich, wo jeder Prozentpunkt Wirkungsgrad benötigt wird, auf die richtige Rehienfolge beim Ansetzen der Spritzbrühe geachtet werden.
Aus den genannten Gründen sollte folgende Reihenfolge beim Ansetzen eingehalten werden.

  1. Spritze mit ca. 50% Wasser füllen
  2. Rührwerk bei mittlerer Intensität einschalten.
  3. Gegebenenfalls Antischaummittel zumischen.
  4. Feste Dünger oder feste Mikronährstoffe hinzufügen.
  5. Feste Formulierungen einfüllen (Formulierungen wie WG, WP, SG, SP)
  6. Flüssige, wasser-basierte Formulierungen einfüllen. (Formulierungen wie SC, CS, SL)
  7. Flüssige lösungsmittel-basierte Formulierungen zugeben. (Formulierungen wie SE, EW, EO, EC, EG, DC, OD ME)
  8. Formulierungshilfsstoffe, Flüssigdünger, Spurennährstoffe oder Zusätze einfüllen.
  9. Restliches Wasser einfüllen.

Was heißt das konkret:

Aktuell werden die Frühjahrsherbizideinsätze geplant und oder durchgeführt. Somit ein Bespiel für eine aktuelle Mischung:

Atlantis Flex+Biopower
0,33 kg/ha + 1,0 l/ha
Biathlon 4D+Dash
0,07 kg/ha + 1,0 l/ha
AHL
30 l/ha

Oder

SSA
5 kg/ha

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