Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Rinder

Spurenelement-Versorgung bei Öko-Rindern jetzt kontrollieren

In den letzten Jahren haben Untersuchungen auf Bio-Betrieben häufig eine Unterversorgung mit Spurenelementen gezeigt, teilweise sogar, wenn Spurenelemente gefüttert wurden.

Spurenelemente haben ein vielfältiges Wirkungsspektrum. Ein Mangel führt zum Beispiel zu verringerter Futteraufnahme und demzufolge zu Wachstums- und Leistungsdepression, zu Stillbrunst, Aborten, Sterilität, Nachgeburtsverhaltungen und infektiösen Erkrankungen wie Mastitiden. Als Ursache des Mangels stellte sich (neben keiner oder einer zu niedrigen Ergänzung) auch die verringerte Verwertbarkeit, bedingt durch Wechselwirkungen untereinander, heraus. Eisen (Fe), Zink (Zn), Kupfer (Cu), Mangan (Mn) und Kobalt sind alles Kationen (positiv geladen). Ist die Versorgung mit einem Element sehr hoch, werden andere im Organismus „verdrängt“, obwohl deren Versorgung den Bedarfsempfehlungen entspricht. Typisches Beispiel ist das Überangebot mit Eisen, begingt durch hohe Gehalte im Grobfutter, aber auch teilweise im Tränkewasser. Zudem sind die Gehalte in den Futterpflanzen auch von den Bodenarten abhängig.

Blutwerte aus überregionalen Laboren deuten bspw. bei Selen und Zink deutschlandweit auf einen Mangel hin. Das LHL Kassel weist bei der „erweiterten Grobfutteruntersuchung“ standardmäßig die Gehalte an Eisen, Zink, Kupfer, Mangan aus, Kobalt u. Selen aus analytischen Gründen jedoch nicht. Ferner werden im Misch- und Mineralfutter alle oben genannten außer Eisen deklariert.

Spurenelementversorgung jetzt untersuchen

Jetzt ist eine gute Zeit, eine Mangelsituation zu erkennen, weil die Versorgung zum Ende des Winters besonders schlecht ist. In Hinblick auf die Weidesaison können dann Maßnahmen geplant werden. Für einen ersten guten Versorgungs-Check bietet sich das Blut (besser als Haare) an. Die Probenahme, Aufbereitung und Einsendung geschieht i.d.R. über den Tierarzt. Ein sogenannte Pool-Probe ist nur aus jeweils einer Gruppe sinnvoll, die da sind: Melkende (keine Erstkalbinnen) je eine Gruppe 60 – 170 und eine > 170 Melktage; Rinder > 1 Jahr, Trockenstehende (seit mind. 2 Wochen), letztere beiden Gruppen max. 3 Wochen vor Kalbetermin. Dies gilt auch für Einzeltiere, hier geben bereits 4 Proben eine gute Einschätzung über eine Gruppe. Nach meiner Recherche bietet bspw. das Labor der TiHo Hannover ein Paket (Cu, Fe, Zn, Mn u. Se) für 18 € netto je Blutprobe an. Die Proben sollten spätestens bis Freitagmorgen im Labor eintreffen.
Bei der Interpretation der Ergebnisse wie auch bei der Entwicklung von Maßnahmen bin ich Ihnen gerne behilflich.


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