Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Klimaschutz

Ammoniakemissionen bei der Wirtschaftsdüngerausbringung reduzieren

Bei der Ausbringung von flüssigen und festen Wirtschaftsdüngern, also z.B. Gülle, Festmist oder Hühnertrockenkot, können je nach Witterung mitunter erhebliche Ammoniakemissionen entstehen. Sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Gesichtspunkten sollte eine Reduzierung dieser Emissionen angestrebt werden.

Ammoniak (NH3) ist zwar nicht direkt klimawirksam, kann aber nach dem Eintrag in umliegende Ökosysteme durch Nitrifikations- und Denitrifikationsprozesse die Bildung von Lachgas (N2O) fördern. Somit trägt das Ammoniak indirekt zu Treibhausgas (THG) -Emissionen bei. Abgesehen von den negativen Wirkungen hinsichtlich des Klimaschutzes bedeuten NH3-Emissionen auch immer einen Nährstoffverlust. Denn der mit dem Ammoniak in die Atmosphäre entweichende Stickstoff steht nicht mehr zur Anreicherung des Nährstoffvorrates im Boden und damit letztlich auch nicht zur Ernährung der Kulturpflanzenbestände zur Verfügung. Einen wesentlichen Beitrag zur Minderung der Ammoniakverluste bei Gülleausbringung im Pflanzenbestand bringt die bodennahe Ausbringung mittels Schleppschlauch-, Schleppschuh-oder Schlitzverteilern.  Eine zügige Einarbeitung des Wirtschaftsdüngers auf unbestellten Flächen, innerhalb der ersten Stunde nach Ausbringung, ist die effektivste Verfahrensweise zur Reduzierung von NH3-Emissionen. In der folgenden Tabelle sind die theoretisch möglichen N-Verluste bei einer Düngungsmaßnahme mit 25 m3/ha Rindergülle jeweils ohne bzw. mit Einarbeitung exemplarisch dargestellt. Es zeigt sich eine deutliche Reduktion der Stickstoffverluste nach Einarbeitung der Gülle nach vier Stunden bzw. innerhalb der ersten Stunde nach der Ausbringung. Zudem wird aber auch eine Abnahme der Treibhausgasemissionen und damit ein nicht zu vernachlässigender Beitrag zum Klimaschutz durch die zügige Einarbeitung organischer Dünger sichtbar.

Tab. 1: Potentiell mögliche Ammoniakverluste bei der Ausbringung von Rindergülle (25 m3/ha); Berechnungsgrundlage: Parameter des Berechnungsstandards für Klimabilanzen (KTBL)

  N-Verlust (kg NH3-N/m3) N-Verlust (kg NH3-N/ha) THG Emissionen

(kg CO2eq/m3)

THG-Emissionen (kg CO2eq/ha) verglichen mit den THG-Emissionen von Diesel (Liter)
Breitverteiler, ohne Einarbeitung 1,10 27,5 5,15 128,66 43
Breitverteiler, Einarbeitung nach 4h 0,57 14,3 2,68 66,90 22
Breitverteiler, Einarbeitung nach 1h 0,22 5,5 1,03 25,73 9

Neben verlustmindernder Ausbringtechnik und der sofortigen Einarbeitung spielen aber auch die Witterungseinflüsse während der Ausbringung eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung von Ammoniakemissionen. Hohe Temperaturen und Sonneneinstrahlung sowie Wind erhöhen die Gefahr von NH3-Ausgasungen in die Atmosphäre. Eine Ausbringung der Wirtschaftsdünger bei möglichst kühlem, trüben Wetter kann zu einer Reduzierung der NH3-Verluste beitragen. Zudem kann sich eine Ausbringung in den Abendstunden als vorteilhaft erweisen.

Über das kostenlose Wetter-Portal ISABEL des Deutschen Wetterdienstes erhalten Sie in der Zeit von März bis Oktober agrarmeteorologische Hinweise zur Ausbringung ammoniumhaltiger Düngemittel. In einer grafischen Darstellung werden hier täglich die potentiellen NH3-Verluste für drei Ausbringungszeiträume (6, 12 und 18 Uhr) dargestellt. Weitere Infos finden Sie hier:   Wetter-Portal ISABEL – jetzt auch für Hessen


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