Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Nachhaltige Bauernhöfe

Erstes Netzwerktreffen der „100 nachhaltigen Bauernhöfe“: „Vielfalt der Betriebe ist eine große Stärke“

Klimawandel bedingte Extremwetterereignisse, Biodiversitätsverlust, Düngermittelengpässe, der Wandel in der Tierhaltung – die Landwirtschafts-, Gartenbau- und Weinbaubetriebe sehen sich etlichen Herausforderungen gegenübergestellt. Hinzu kommt, aktueller denn je, die Frage nach der Ernährungssouveränität, die eng mit der Krisenfestigkeit der Betriebe verbunden ist.

Das LLH-Projektteam der "100 nachhaltigen Bauernhöfe"

Wie eine zukunftsorientierte und resiliente Nahrungsmittelproduktion aussehen kann, das zeigt das Projekt der „100 nachhaltigen Bauernhöfe“, das seit 2021 vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert und vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) koordiniert wird. Im Netzwerk der „100 nachhaltigen Bauernhöfe“ sind aktuell 52 ökologisch sowie konventionell wirtschaftende Betriebe aus Landwirtschaft, Gartenbau und Weinbau vertreten. Heute, am 9. Juni, fand in Hüttenberg bei Gießen das erste Netzwerktreffen statt.

„Der LLH unterstützt seit 2005 durch seine Beratungsarbeit die Entwicklung von nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktionsweisen. Das Projekt ‚100 nachhaltige Bauernhöfe‘ gibt zusätzlichen Raum, innovative und zukunftsorientierte Ansätze der Betriebe weiterzuentwickeln und in die Praxis umzusetzen. Daher freue ich mich sehr, dass die teilnehmenden Betriebe die Möglichkeit genutzt haben, sich bei einem ersten persönlichen Treffen kennenzulernen“, äußert sich LLH-Direktor Andreas Sandhäger.

Beim heutigen Netzwerktreffen tauschten sich teilnehmende Betriebe in Kleingruppen über resiliente Agrarsysteme, regenerative Landnutzungsmethoden, die Tierhaltung der Zukunft und effektive Klimaschutz- und Biodiversitätsmaßnahmen aus. Dabei spielten Finanzierungs- und Vermarktungsmodelle ebenso eine Rolle wie das nachhaltige Wassermanagement, der Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten und die Nutzung erneuerbarer Energien.

Für Projektleitung Dr. Ute Williges, LLH, ist die Vielfalt der Betriebe im Projekt eine große Stärke: „Jeder unserer Betriebe hat ein eigenes Erfolgskonzept und geht anders mit den aktuellen Herausforderungen um. Im Netzwerk können die Betriebe voneinander ‚lernen‘. Jeder Betrieb prägt die hessische Landwirtschaft. Angefangen bei sich neugründenden Konzepten der solidarischen Landwirtschaft über Betriebe, die sich aktiv im Naturschutz engagieren, bis zu größeren Mastbetrieben, die ihr Futter auf den hessischen Flächen GVO-frei anbauen und verwerten – so unterschiedlich unsere Betriebe auch sind, alle vereint eine aktive Auseinandersetzung mit der nachhaltigen Betriebsentwicklung und dem Wunsch, Berufskolleginnen und ~Kollegen als auch den Konsumenten und Konsumentinnen durch eine transparente Öffentlichkeitsarbeit die Vorzüge der regionalen Landwirtschaft näherzubringen“.

Wenn Sie sich ebenfalls von der Vielfalt in der hessischen Landwirtschaft überzeugen wollen: Hier finden Sie die ersten Betriebsportraits.


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