Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktinformation & Preise

Weizenpreis stabilisiert sich

Der Handel mit Brot- und Futtergetreide verläuft unverändert in ruhigen Bahnen. Immerhin scheint der rückläufige Preistrend vorerst gestoppt zu sein. Bis auf geringfügige Korrekturen können sich die Preise zur Vorwoche gut behaupten.

Indessen plant die EU einen Importzoll von 95 EUR/t auf russisches Getreide. Sogar ein Einfuhrverbot für russisches Getreide wird diskutiert. Angesichts der geringen Importmengen aus Russland ist ein Effekt auf die Inlandspreise aber wohl kaum zu erwarten.

Immerhin ist beim Weizenkurs am europäischen Terminmarkt eine Bodenbildung zu beobachten. Gegenüber dem Jahrestief von 185 EUR/t konnte der Kurs zuletzt kräftige Notizgewinne verbuchen und die 200 Euro-Marke wieder knacken. Aus jetziger Perspektive lassen die Prognosen von Coceral mit geschätzten 123,22 Mio. t auf eine durchschnittliche Weizenernte 2024 in der EU schließen. Das wären 2,76 Mio. t weniger als im Vorjahr. Für Deutschland wurde die Weizenernte von 21,3 Mio. t auf 20,43 Mio. t reduziert.

Der EU-Weizen konnte infolgedessen nach oben drehen. Zumal die erneuten Angriffe Russlands auf ukrainische Häfen auch die Versorgungssituation am Weltmarkt beeinträchtigen könnten. Auch am hessischen Kassamarkt konnten sich die Preise mit den festeren Vorgaben stabilisieren bzw. sogar leicht zulegen. Teilweise nimmt der Erfassungshandel lediglich Ware an, sofern konkretes Kaufinteresse besteht. Sowohl Angebot wie auch Nachfrage bleiben verhalten. Dies könnte sich aber bald ändern, wenn die Preissteigerungen zu einer höheren Abgabebereitschaft der Erzeuger führen. Schließlich müssen irgendwann die Läger für die neue Ernte geräumt werden.

Getreide- und Rapspreise, Hessen, in EUR/t

Frei LandlagerAb Hof
Min.Max.ØMin.Max.Ø
Qualitätsweizen170180176185190186
Brotweizen155170160165170168
Brotroggen130150143135155143
Qualitätshafer270290280280300293
Futterweizen142155146145160152
Futtergerste130140134140145142
Raps390410401390410403

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