Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Digitalisierung

Projekt DigiNetz: Videos „Digitalisierung im Ackerbau“ nun online verfügbar

Hessische Landwirtinnen und Landwirte beim Einstieg in die Digitalisierung und bei der Weiterentwicklung der Digitalisierung ihrer Betriebe unterstützen – dazu wurde im August 2020 das Projekt „DigiNetz“ durch den LLH ins Leben gerufen.

Ziel ist es, Akteure zu vernetzen sowie den landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Betrieben durch Veranstaltungen und Exkursionen Wissen zum Thema Digitalisierung zu vermitteln. Projektauftakt bildete u.a. die Online-Veranstaltungsreihe „Einstieg in die Digitalisierung“, welche im Mai und Juni live übertragen wurde. Nun werden Teile der Veranstaltung online veröffentlicht und stehen somit dauerhaft zur Verfügung.

Digitales Teilflächenmanagement erlaubt auch bei heterogener Schlagstruktur eine optimal an den Boden angepasste Bewirtschaftung
Digitales Teilflächenmanagement erlaubt auch bei heterogener Schlagstruktur eine optimal an den Boden angepasste Bewirtschaftung

Unter dem Thema „Praxisberichte: Digitalisierung im Ackerbau“ gaben Torsten Reim (Zweilindenhof Reim, Hohenstein) und Philipp Bauer (Ober-Gembeck Agrar, Twistetal) Einblicke, wie Ackerbau mit digitaler Unterstützung gelingen kann. Darin berichteten sie von ihren persönlichen Erfahrungen mit Digitalisierung in der Landwirtschaft. Besonders digital unterstütze Teilflächenbewirtschaftung spielt bei beiden Landwirten eine wichtige Rolle.

Die Arbeit von Torsten Reim ist seit über 10 Jahren von Digitalisierung geprägt. Reims Motivation: die Bodenfruchtbarkeit verbessern, den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln reduzieren, ressourceneffizienter wirtschaften und die Praxis an den Klimawandel anpassen – dies alles unterstützt von digitalen Werkzeugen. GIS-basierte Schlagkarteien, digitale Ertragserfassung am Mähdrescher oder automatische Lenksysteme sind nur einige der digitalen Instrumente, die Reim anwendet.
Schauen Sie selbst:
Praxisbericht zum Einstieg in den digitalen Ackerbau

Zur Person: Torsten Reim ist staatl. geprüfter Landwirt und bewirtschaftet den elterlichen Betrieb im Taunus. Insgesamt werden 270 ha bestellt. Zahlreiche Praktika und Arbeitsaufenthalte führten ihn in arbeitsarmen Wintern ins Ausland. Dort war er auch 1994 als ihn ein Brief des Vaters erreichte, er solle doch bitte nach Hause kommen, da der Vater zu den eigenen 60 ha 180 weitere dazu gepachtet habe. Im selben Jahr begann Reim mit der Erfassung von Einzelerträgen. Seit 2008 bewirtschaftet er alle Flächen teilflächenspezifisch – ohne digitale Unterstützung wäre das nicht möglich.

Im zweiten Vortrag berichtet Philipp Bauer über die Vorteile der zielgerichteten Teilflächenbewirtschaftung bei heterogenen Flächen. Der 33-Jährige bewirtschaftet gemeinsam mit seinen Eltern zwei Ackerbau-Betriebe: in Twistetal und in Mittelhessen. Während seines Studiums der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Ökonomie in Kiel (M.Sc.) hat sich Philipp Bauer bereits intensiv mit Teilflächenmanagement und Precision Farming auseinandergesetzt. Einige der Technologien setzt er nun in den beiden Betrieben erfolgreich um. Insbesondere die heterogene Schlagstruktur mit vielen Höhen und Senken sowie leichtem und schwerem Boden sind für ihn ausschlaggebend, die Düngung auf die jeweilige Teilfläche abzustimmen. Ziel seiner Art der Flächenbewirtschaftung ist es, die optimale Stickstoffmenge auf der Teilfläche auszubringen. Neben der Landwirtschaft berät Philipp Bauer Betriebe im Bereich Datenmanagement für Teilflächenbewirtschaftung.
Hier geht es zum Vortrag .

Darüber hinaus ist Philipp Bauer Mitglied im LLH-Arbeitskreis „Digitalisierung“. Hier erhalten Landwirte und Landwirtinnen regelmäßig Informationen zum Thema Digitalisierung in der Landwirtschaft und können sich mit Berufskolleginnen und –kollegen sowie den LLH-Beratungskräften in regelmäßigen Treffen zum Thema austauschen. Sie interessieren sich für eine kostenfreie Mitgliedschaft? Kontaktieren Sie unverbindlich die zuständigen LLH-Beratungskräfte Lena Jakobi oder Jonas Hedtrich.

Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) gefördert.


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