Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Boden & Düngung

Aktualisiert! Nmin-Wert zu Vegetationsbeginn

Der Gesetzgeber fordert vor der Düngung wesentlicher N-Mengen die Erstellung einer Düngebedarfsermittlung und somit den Nachweis der Düngebedürftigkeit der betreffenden Schläge oder Bewirtschaftungseinheiten. Hierfür wird ein repräsentativer Nmin-Wert benötigt. Um diesen zu erhalten, hat der Landwirt drei Möglichkeiten:

Nmin-Wert aus eigener Probenahme

Die genauste Methode ist sicherlich die eigene oder beauftragte Probenahme und der daraus analysierte Nmin-Wert. Die Probenahme erfolgt in drei Schichten: 0 – 30 cm, 30 – 60 cm und 60 – 90 cm. Die notwendige Ausrüstung (Bohrstock 0 – 90 cm und Schlaghammer) können Sie bei Ihrer LLH-Beratungskraft ausleihen. Es besteht sogar die Möglichkeit, dem beauftragten Fahrdienst des LHL die Proben mitzugeben. Wichtig ist, die Kühlkette vom Ort der Probennahme bis zum Labor einzuhalten. Jede Erwärmung der Bodenprobe führt unweigerlich zu Mineralisierungsschüben, die das eigentliche Nmin-Ergebnis verfälschen können. Sollten zwischen Probenahme und möglichem Eintreffen in Harleshausen mehr als drei Tage vergehen, ist die Probe im tiefgekühlten Zustand zu transportieren.

Nmin-Referenzflächen

Das Nmin-Referenzflächenprogramm wurde initiiert, um den hessischen Landwirten jährlich aktuelle Anhaltspunkte hinsichtlich der Nmin-Gehalte der unterschiedlichen Böden in Hessen zu geben.
Für das Nmin-Referenzflächensystem werden rund 600 Orte, verteilt über ganz Hessen, jährlich beprobt. Die Ergebnisse werden in dem Referenzflächen-Finder zusammengeführt. Der Referenzflächen-Finder filtert die hinterlegten Daten nach Jahr und Postleitzahl. So ist es möglich, für den eigenen Schlag einen annähernd ähnlichen Referenzschlag und dessen Nmin-Ergebnis zu finden. Außerdem finden Sie im Referenzflächen-Finder standortspezifische Gegebenheiten, wie Niederschlagsmittel, Bodenartgruppe, Steingehalt in Krume sowie Unterboden, durchwurzelbare Tiefe, Höhe über NN und Ackerzahl der jeweiligen Referenzfläche. Sollten Sie keine passende Referenzfläche finden, kann die nächste Möglichkeit Abhilfe leisten.

Langjährige und aktuelle Nmin-Werte

Nachfolgend sind die aktuellen Nmin-Bodengehalte für die wichtigsten Ackerfrüchte im Vergleich zu langjährigen Mittelwerten gelistet. Die Werte des laufenden Jahres werden regelmäßig aktualisiert. Im Detail sind die Tabellen nach folgenden Kriterien unterteilt:

  • Hauptfrucht
  • Vorfrucht
  • Verbleib des Ernterestes
  • Organischer Düngung zur aktuellen Hauptfrucht
  • Mineralischer N-Düngung zur aktuellen Hauptfrucht

Sobald für die jeweilige Kombination mindestens 15 Einzelwerte zugrunde liegen, erscheint für das laufende Jahr der Nmin-Wert in der Tabelle. Ist eine Differenzierung (noch) nicht möglich, wird der Mittelwert unter dem Zusatz „generell“ bzw. „allgemein“ angegeben. Auch hier ist eine Mindeststichprobenanzahl von 15 Einzelwerten nötig.
Das Heranziehen der langjährigen Nmin-Werte ist die als letzte genannte Möglichkeit. Die langjährigen Nmin-Werte dokumentieren einen stabilen Wert, welcher über Jahrzehnte gebildet wurde. Hinter jedem angegebenen Wert liegen mindestens 25 Einzelwerte. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Jahreseinfluss nivelliert wird.

Klicken Sie auf eine Hauptfrucht, um die Tabelle einzusehen. (Stand 29.03.2020)
Am Seitenende finden Sie die Tabellen auch nochmal in einer PDF zum Download zusammengefasst.

Hauptfrucht Winterweizen

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen nein nein 49 38 (12/11/15)
Weizen nein ja 62
Weizen ja nein 51
Weizen ja ja 58
Weizen generell: 52 39 (12/11/16)
Gerste nein nein 44 27 (10/8/9)
Gerste nein ja 52
Gerste ja nein 58
Gerste generell: 51 33 (11/11/11)
Roggen nein nein 39
Roggen ja nein 44
Roggen generell: 44
Hafer nein nein 36
Hafer ja nein 38
Hafer generell: 39
Mais nein nein 50 37 (10/11/16)
Mais nein ja 46
Mais ja nein 46
Mais generell: 50 38 (11/12/15)
Raps ja nein 50 34 (9/10/15)
Raps ja ja 63
Raps generell: 51 34 (9/10/15)
Zuckerrüben nein nein 51
Zuckerrüben nein ja 45
Zuckerrüben ja nein 51 54 (18/18/18)
Zuckerrüben ja ja 59
Zuckerrüben generell: 51 50 (16/16/18)
Kartoffeln generell: 68
Feldgras generell: 60
Triticale generell: 39
Zur Hauptfrucht Winterweizen insgesamt: 51 41 (12/13/16)

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Winterweizen

Düngebedarfswert laut DÜV

A/B Weizen (80 dt/ha)
230 kg N/ha
C Weizen (80 dt/ha)
210 kg N/ha
E Weizen (80 dt/ha)
260 kg N/ha

Die Düngebedarfswerte sind laut DÜV Obergrenzen, die nicht überschritten werden dürfen!

Gabenverteilung laut SBA (Stickstoffbedarfsanalyse):

Sollwert
1. Gabe: 120 kg N/ha (minus Nmin/SBA Wert)
2. Gabe:   40 kg N/ha

E-Weizensorten erfordern eine Anhebung des Sollwertes auf S130 + 50. Die Ährengabe kann je nach Bestandesentwicklung/Qualitätsziel/Witterung etc. auf ca. 50 bis 70 kg N/ha bemessen werden.

  • Das Bestandesbild bei Vegetationsbeginn bestimmt nicht nur die Höhe der Startdüngung, sondern auch den Düngetermin: kräftige, stark bestockte Bestände sind später anzudüngen als schwache Bestände.
  • Auch die Terminierung der Schossdüngung muss nach der Bestandesentwicklung ausgerichtet werden. Nur bei schwachen Beständen sollte die Schossgabe vor dem Stadium 30 gegeben werden.
  • Die Höhe der Spätdüngung richtet sich in erster Linie nach dem vorgesehenen Verwendungszweck und den dazu erforderlichen Qualitätseigenschaften. Bei der Bemessung ist die Sorteneingruppierung ebenso zu beachten wie die vor der Spätdüngung erfolgte N-Düngung, insbesondere im Schossstadium. Spätgaben bis zu einer Höhe von 60 kg N/ha sollten spätestens im Stadium 49 ausgebracht werden, wenn damit auch eine Steigerung des Kornertrages angestrebt wird. Eine Spätdüngung von mehr als 60 kg N/ha (bei Qualitätssorten und voraussichtlich zu erzielender Qualitätsprämie) können in zwei Teilgaben ausgebracht werden. Als Düngetermine sind dann die Stadien 39 und 59 zu empfehlen.
  • „Löffeldüngung“ ist möglich. Die Summe der Teilgaben während eines Entwicklungsabschnittes sollte sich an dem in der Düngeempfehlung genannten Verteilungsmuster orientieren.
  • Durum-Weizen wird im Frühjahr wie Weichweizen gedüngt. Um die gewünschte Glasigkeit des Kornes zu erreichen, ist eine Spätdüngung unbedingt zu empfehlen.

Hauptfrucht Wintergerste

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Mineralische
N-Düngung
im Herbst
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020 Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen nein nein nein 35 23 (8/7/8)
Weizen nein ja nein 44
Weizen ja nein nein 41 38 (10/10/18)
Weizen ja ja nein 48
Weizen generell: 40 27 (9/8/19)
Gerste nein nein nein 36
Gerste ja nein nein 31
Gerste ja ja nein 43
Gerste generell: 36 32 (12/9/10)
Roggen nein nein nein 20
Roggen nein ja nein 28
Roggen ja nein nein 20
Roggen generell: 22  
Hafer nein nein nein 30
Hafer generell: 28  
Mais nein nein nein 23
Mais nein ja nein 25
Mais generell: 24  
Raps ja nein nein 25
Raps ja ja nein 28
Raps generell: 26  
Triticale nein nein nein 26
Triticale nein ja nein 31
Triticale ja nein nein 28
Triticale generell: 28  
Leguminosen generell: 21  
Zur Hauptfrucht Wintergerste insgesamt: 36 23 (8/6/9)

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Wintergerste

Düngebedarfswert laut DÜV

Wintergerste (70 dt/ha)
180 kg N/ha

Gabenverteilung laut SBA (Stickstoffbedarfsanalyse):

Sollwert
1. Gabe: 100 kg N/ha (minus Nmin/SBA Wert)
2. Gabe:   30 kg N/ha

Ährengabe je nach Bestandesentwicklung/Witterung etc. ca. 50 kg N/ha

  • Das N-Aufnahmevermögen der Wintergerste unterliegt starken Jahresschwankungen, abhängig von der witterungsbedingten Durchwurzelung des Unterbodens. Bereits im Falle eines mittleren N-Bedarfs ist es daher empfehlenswert, die Frühjahrsdüngung in eine Gabe bei Vegetationsbeginn und eine Gabe zum Schossen aufzuteilen. Diese Schossgabe kann dann in Abhängigkeit von der aktuellen Witterungssituation je nach Bestandesbild erhöht oder reduziert werden, bzw. ganz entfallen.
  • Das Bestandesbild bei Vegetationsbeginn bestimmt nicht nur die Höhe der Startdüngung, sondern auch den Düngetermin: kräftige, stark bestockte Bestände sind später anzudüngen als schwache Bestände.
  • Auch die Terminierung der Schossdüngung muss nach der Bestandesentwicklung ausgerichtet werden. Nur bei schwachen Beständen sollte die Schossgabe vor dem Stadium 31 – 32 gegeben werden.
  • Die Höhe der Spätdüngung richtet sich nach dem vorgesehenen Verwendungszweck und der Höhe der vor der Spätdüngung erfolgten N-Düngung, insbesondere der Schossdüngung. Bei einer bedarfsgerecht gegebenen N-Frühjahrsdüngung und normal entwickelten Beständen ist in der Regel eine Spätdüngung in Höhe von 50 kg N/ha im Stadium 49 zu empfehlen. Bei mageren Beständen, die keine Lagergefahr erkennen lassen, kann diese Spätgabe bis zum Stadium 39 vorgezogen werden. Bei üppigen Beständen sollte sie nicht vor dem Stadium 55 gegeben werden und dann in reduzierter Höhe.

 

Hauptfrucht Winterroggen

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen nein nein 31
Weizen nein ja 50
Weizen ja nein 41
Weizen generell: 38  
Gerste nein nein 28
Gerste nein ja 27
Gerste ja nein 23
Gerste generell: 24  
Roggen nein nein 22
Roggen nein ja 24
Roggen ja nein 17
Roggen ja ja 55
Roggen generell: 24  
Mais nein nein 24
Mais nein ja 21
Mais generell: 24,5  
Raps ja nein 29
Raps ja ja 29
Raps generell: 29  
Triticale nein nein 22
Triticale ja nein 23
Triticale generell: 21  
Zur Hauptfrucht Winterroggen insgesamt: 28 20 (6/6/8)

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Winterroggen

Düngebedarfswert laut DÜV

Winterroggen (70 dt/ha)       170 kg N/ha

Gabenverteilung laut SBA (Stickstoffbedarfsanalyse):

Sollwert
1. Gabe: 100 kg N/ha (minus Nmin/SBA Wert)
2. Gabe:   30 kg N/ha

Ährengabe je nach Bestandesentwicklung/Witterung etc. ca. 40 kg N/ha

  • Bereits im Falle eines mittleren N-Frühjahrs-Düngebedarfs ist es empfehlenswert, die Düngung in eine Gabe bei Vegetationsbeginn und eine Gabe zum Schossen aufzuteilen.
  • Das Bestandesbild bei Vegetationsbeginn bestimmt nicht nur die Höhe der Startdüngung, sondern auch den Düngetermin: kräftige, stark bestockte Bestände sind später anzudüngen als schwache Bestände.
  • Auch die Terminierung der Schossdüngung muss nach der Bestandesentwicklung ausgerichtet werden. Nur bei schwachen Beständen sollte die Schossgabe vor dem Stadium 31 – 32 gegeben werden.
  • In der Regel ist eine Spätdüngung in Höhe von 40 kg N/ha ab Stadium 51 zu empfehlen. Bei mageren Beständen, die keine Lagergefahr erkennen lassen, kann die Spätgabe etwas vorgezogen werden. Bei üppigen Beständen sollte sie nicht vor dem Stadium 55 gegeben werden.
  • Der Einsatz eines Wachstumsregulators ist bei der Brotroggen-Erzeugung dringend zu empfehlen. Bereits eine geringe Lagerneigung kann zu einer starken Verringerung der Fallzahl führen.

Hauptfrucht Triticale

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen nein nein 44
Weizen ja nein 43
Weizen ja ja 58  
Weizen generell: 46  
Gerste nein nein 41  
Gerste nein ja 29  
Gerste ja nein 47
Gerste generell: 40  
Mais nein nein 39
Mais generell: 40
Raps ja nein 38  
Raps generell: 39  
Roggen nein nein 24  
Roggen ja nein 28  
Roggen generell: 27  
Triticale generell: 26  
Zur Hauptfrucht Triticale insgesamt: 40 24 (7/7/10) 

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Triticale

Düngebedarfswert laut DÜV

Triticale (70 dt/ha)        190 kg N/ha

Gabenverteilung laut SBA (Stickstoffbedarfsanalyse):

Sollwert
1. Gabe: 100 kg N/ha (minus Nmin/SBA Wert)
2. Gabe:   40 kg N/ha

Ährengabe je nach Bestandesentwicklung/Witterung etc. ca. 50 kg N/ha

  • Bereits im Falle eines mittleren N-Frühjahrs-Düngebedarfs ist es empfehlenswert, die Düngung in eine Gabe bei Vegetationsbeginn und eine Gabe zum Schossen aufzuteilen.
  • Das Bestandesbild bei Vegetationsbeginn bestimmt nicht nur die Höhe der Startdüngung, sondern auch den Düngetermin: kräftige, stark bestockte Bestände sind geringer und später anzudüngen als schwache Bestände.
  • Auch die Terminierung der Schossdüngung muss nach der Bestandesentwicklung ausgerichtet werden. Nur bei schwachen Beständen sollte die Schossgabe vor dem Stadium 30 – 31 gegeben werden.
  • In der Regel ist eine Spätdüngung in Höhe von ca. 50 kg N/ha ab Stadium 51 zu empfehlen. Bei mageren Beständen, die keine Lagergefahr erkennen lassen, kann die Spätgabe etwas vorgezogen werden. Bei üppigen Beständen sollte sie nicht vor dem Stadium 55 gegeben werden.
  • Zu Triticale werden in der Regel organische Dünger ausgebracht. Die dadurch erhöhte und schwieriger einzuschätzende N-Nachlieferung während der Vegetationsperiode ist bei der Bemessung der mineralischen Ergänzungsdüngung zu beachten Das SBA-Tool gibt hierbei Hilfestellung. Vor diesem Hintergrund kann auch der Einsatz eines Wachstumsregulators sinnvoll sein, trotz der genetisch bereits hohen Halmstabilität von Triticale.

Hauptfrucht Sommergerste

 

(bei Sommergerste Nmin-Untersuchung nur in den Schichten 0-30 und 30-60 cm Bodentiefe)

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60)
Weizen nein nein 47
Weizen nein ja 34
Weizen ja nein 42
Weizen ja ja 28
Weizen generell: 42  
Gerste nein nein 31
Gerste ja nein 37
Gerste ja ja 33
Gerste generell: 34  
Roggen nein nein 20
Roggen nein ja 32
Roggen ja nein 33
Roggen generell: 29  
Triticale generell: 34  
Mais nein nein 31
Mais generell: 27
Zur Hauptfrucht So-Gerste insgesamt: 37 32 (18/14)

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Sommergerste

Düngebedarfswert laut DÜV

Sommergerste (50 dt/ha)      140 kg N/ha

Gabenverteilung laut SBA (Stickstoffbedarfsanalyse):

Sollwert         1. Gabe:         100 kg N/ha (minus Nmin/SBA Wert)

Spätgabe je nach Bestandesentwicklung/Witterung etc. ca. 40 kg N/ha

  • Die N-Düngung hängt entscheidend vom Produktionsziel ab: Braugerste sollte deutlich niedriger gedüngt werden als Futtergerste. Für beide Nutzungsrichtungen gelten daher unterschiedliche Sollwerte für die Startdüngung. Bei Sommerbraugerste gilt ein Sollwert von S 90 kgN/ha für die erste Gabe, ergänzt von einer zweiten Gabe in Höhe von 30 kgN/ha.
  • Empfohlene Startgaben von mehr als 80 kg N/ha können aufgeteilt werden in eine Gabe zur Saat und eine Gabe zum Schossen.

Eine Spätdüngung sollte nur bei Futtergerste gegeben werden. Bei normal entwickelten Beständen ist in der Regel eine Spätdüngung in Höhe von 40 kg N/ha im Stadium 39 bis 49 zu empfehlen.

Hauptfrucht Hafer

(bei Hafer, Nmin-Untersuchung nur in den Schichten 0-30 und 30-60 cm Bodentiefe)

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60)
Weizen nein nein 26
Weizen ja nein 35
Weizen generell: 34
Gerste nein nein 23
Gerste generell: 22
Triticale generell: 21
Zur Hauptfrucht Hafer insgesamt: 25 16 (8/8)

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Hafer

Düngebedarfswert laut DÜV

Hafer (55 dt/ha)        130 kg N/ha

Gabenverteilung laut SBA (Stickstoffbedarfsanalyse):

Sollwert         1. Gabe         100 kg N/ha (minus Nmin/SBA Wert)

Spätgabe      30 kg N/ha

  • Eine Spätdüngung in Höhe von 30 kgN/ha kann zum Rispenschieben gegeben werden. In dünnen Beständen wird aber dadurch häufig die Neigung zu Zwiewuchs gefördert.

Hauptfrucht Winterraps

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Mineralische
N-Düngung
im Herbst
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020 Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen nein nein nein 36 24 (9/6/9)
Weizen nein ja nein 37
Weizen ja nein nein 37
Weizen ja ja nein 36
Weizen ja nein ja 45
Weizen generell: 39 27 (9/7/11)
Gerste nein nein nein 30 19 (7/5/7)
Gerste nein ja nein 33
Gerste nein nein ja 40
Gerste ja nein nein 31
Gerste ja ja nein 33
Gerste ja nein ja 40
Gerste ja ja ja 55
Gerste generell: 33 22 (8/6/8)
Roggen nein nein nein 22
Roggen nein ja nein 18
Roggen ja nein nein 22
Roggen ja ja nein 17
Roggen generell: 21
Hafer generell 29
Triticale nein nein nein 13
nein ja nein 12
ja nein nein 26
ja ja nein 22
Triticale generell: 20
Zur Hauptfrucht Kö-Raps insgesamt: 33 21 (7/6/8)

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Winterraps

Düngebedarfswert laut DÜV

Winterraps (40 dt/ha)          200 kg N/ha

Gabenverteilung laut SBA (Stickstoffbedarfsanalyse):

Sollwert S 190 (minus Nmin/SBA Wert)
1. Gabe: 60 %
2. Gabe: 40 %

Die Zugabe eines Schwefeldüngers sollte bei der 1. Gabe in Höhe von 40 bis 60 kg S/ha vorgesehen werden.

  • Die empfohlene N-Düngermenge kann in einer einmaligen Gabe oder aufgeteilt in zwei Gaben ausgebracht werden. Die Aufteilung zwischen den Gaben kann im prozentualen Verhältnis 60/40 erfolgen.
  • Die erste Gabe sollte möglichst zeitig bei Vegetationsbeginn gegeben werden, da N-Aufnahme und Wachstum des Rapses schon bei niedrigen Temperaturen einsetzen. Die zweite Gabe sollte ca. 4 – 5 Wochen später ausgebracht werden.
  • Die Aufteilung der N-Düngung ist zu empfehlen, da:
    a) mit der 2. N-Gabe eine Anpassung an die aktuelle Entwicklung der Jahreswitterung vorgenommen werden kann,
    b) die Gefahr von möglichen N-Verlusten bei einer einmaligen, frühen und hohen N-Ausbringung verringert wird und
    c) die 1. N-Gabe mit einem schwefelhaltigen N-Dünger gleichzeitig den S-Bedarf des Bestandes decken kann.

Hauptfrucht Mais

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen nein nein 44
Weizen nein ja 57
Weizen ja nein 62
Weizen ja ja 50
Weizen generell 51 34 (15/10/9)
Gerste nein nein 45
Gerste nein ja 51
Gerste ja nein 61
Gerste ja ja 54
Gerste generell 49
Roggen nein nein 24
Roggen nein ja 44
Roggen ja ja 35
Roggen generell 35
Mais nein nein 51
Mais nein ja 67
Mais generell 52
Triticale nein nein 39
Triticale nein ja 53
Triticale generell 42
Feldgras generell: 50
Hafer generell: 45
Zur Hauptfrucht Mais insgesamt: 49
37 (16/11/10)

 

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Silomais

Düngebedarfswert laut DÜV

Silomais (450 dt/ha)            200 kg N/ha

Gabenverteilung laut SBA (Stickstoffbedarfsanalyse):

Sollwert S180 kgN/ha (abzgl. Nmin/SBA-Wert)

Düngemengen über 140 kgN/ha hinausgehen sollten in einer zweiten Gabe verabreicht werden.

  • Der größte N-Bedarf des Maises liegt in der Phase zwischen 6-8-Blatt-Stadium und der Blüte. In der Zeit davor besteht die Gefahr von N-Verlusten (Auswaschung, Abschwemmung, Festlegung, Entgasung). Diese Verlustgefahr steigt mit zunehmender Höhe der N-Düngung zur Saat. Aus diesem Gesichtspunkt ist die Aufteilung der N-Düngung in eine Gabe bis zum Aufgang und eine Gabe im 4-6-Blatt-Stadium (Anfang Juni) dringend zu empfehlen. Allerdings besteht bei der Kopfdüngung die Gefahr von Verätzungen des Pflanzengewebes, wenn der Dünger nicht mit Reihen-Streugeräten ausgebracht wird.
  • Da in vielen Fällen in der Praxis derartige Streugeräte noch nicht zur Verfügung stehen, bezieht sich die SBA-N-Düngeempfehlung auf die Düngung bis zum Aufgang. Diese sollte jedoch nach Möglichkeit eine Menge von 140 kg N/ha nicht übersteigen, darüber hinaus erforderliche N-Mengen sollten später gegeben werden.
  • Ist die Möglichkeit einer Düngerausbringung zwischen die Pflanzenreihen jedoch gegeben, dann ist eine Aufteilung der N-Düngung auf die oben genannten Termine generell zu empfehlen. Hierbei sollte der größere Anteil der Düngung zum späten Termin, im 4-6-Blatt-Stadium ausgebracht werden.

Hauptfrucht Zucker-Rüben

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen nein nein 76
Weizen nein ja 69
Weizen ja nein 73
Weizen ja ja 55
Weizen generell: 68 40 (13/13/14)
Gerste nein nein 75
Gerste nein ja 76
Gerste ja nein 76
Gerste ja ja 70
Gerste generell: 75  
Mais generell: 80  
Zur Hauptfrucht Zu-Rüben insgesamt: 70 42 (14/15/13)

 

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Zuckerrüben

Düngebedarfswert laut DÜV

Zuckerrüben (650 dt/ha)    170 kg N/ha

Gabenverteilung laut SBA (Stickstoffbedarfsanalyse):

Sollwert S150 kgN/ha (abzgl. Nmin/SBA-Wert)

Düngemengen über 100 kgN/ha hinausgehen sollten in einer zweiten Gabe verabreicht werden.

  • Wegen möglicher Schädigungen der Keimpflanzen sollte die N-Düngung zur Saat die Menge von 100 kg N/ha nicht übersteigen. Darüber hinaus erforderliche N-Mengen können im 4-6-Blatt-Stadium gegeben werden.

Hauptfrucht Kartoffel

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen nein nein 55
Weizen ja nein 87
Weizen generell: 76  
Gerste ja nein 64  
Gerste generell: 67  
Zur Hauptfrucht Kartoffel: 72 64 (17/24/23)

 

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Kartoffeln

  • Die empfohlene N-Düngermenge kann in einer einmaligen Gabe oder aufgeteilt in zwei Gaben ausgebracht werden (bei höheren N-Düngermengen oder auf durchlässigen Böden).
  • Die erste Gabe sollte kurz vor, beim oder kurz nach dem Pflanzen ausgebracht werden, eine mögliche zweite Gabe vor Reihenschluss.
  • Die empfohlene N-Menge sollte im Pflanzkartoffelanbau um ca. 20 kg N/ha reduziert werden.
  • Zur Verringerung des Schorfbefalles kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, als N-Düngerform SSA wegen seiner bodenversauernden Wirkung auszuwählen.

Hauptfrucht Kohl

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen ja nein 66
Weizen ja ja 84
Weizen generell: 74  
Gerste generell: 89  
Zur Hauptfrucht Kohl insgesamt: 79

Allgemeine Hinweise zur N-Düngung von Feldgemüse

Bei Sonderkulturen ist eine spezielle Beratung im Einzelfall erforderlich.

Hauptfrucht Sommerung – Getreide allgemein

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60)
Weizen nein nein 43 29 (16/13)
Weizen nein ja 40
Weizen ja nein 41
Weizen ja ja 31
Weizen generell: 41 31 (17/14) 
Gerste nein nein 26
Gerste nein ja 27
Gerste ja nein 31
Gerste ja ja 31
Gerste generell: 29  
Mais nein nein 29
Mais ja nein 18
Mais generell: 27  
Raps ja nein 29
Raps generell: 29  
Roggen nein nein 19
Roggen nein ja 30
Roggen ja nein 30
Roggen generell: 26  
Triticale nein nein 33
Triticale generell: 29  
Zur Hauptfrucht Sommerung – Getreide insgesamt: 34  26 (14/12)

Hauptfrucht Sommerung – Hackfrucht allgemein

 

Vorfrucht Ernterest
(Stroh/Blatt)
verblieben
Organische
Düngung zur
Hauptfrucht
Langjähriger
Mittelwert
2010-2019
Aktueller Wert im Frühjahr 2020
Summe
(0-30/30-60/60-90)
Weizen nein nein 45 39 (14/12/13)
Weizen nein ja 58
Weizen ja nein 68
Weizen ja ja 59
Weizen generell: 56 37 (14/11/12)
Gerste nein nein 45
Gerste nein ja 51
Gerste ja nein 64
Gerste ja ja 62
Gerste generell: 52 62 (18/23/21) 
Mais nein nein 51
Mais nein ja 67
Mais ja nein 46
Mais generell: 52  
Raps ja nein 30
Raps generell: 28  
Roggen nein nein 24
Roggen nein ja 44
Roggen ja ja 36
Roggen generell: 36  
Zur Hauptfrucht Sommerung – Hackfrüchte insgesamt: 53  44 (15/15/14)

Nachfolgend finden Sie PDFs mit den aktuellen Nmin-Bodengehalten sowie ein Archiv der Jahre 2015 – 2019 für die wichtigsten Ackerfrüchte im Vergleich zu langjährigen Mittelwerten.


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