Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Heuernte

Eine stabile Wetterlage an drei bis fünf Tagen mit mehr als 10 Sonnenstunden ist eine Voraussetzung einer gelingenden Heuernte. Auch ein abgetrockneter Boden ist für die Heuerzeugung unerlässlich.

Trecker mit Wender beim Heuwenden
Die Häufigkeit des Heuwendens ist abhängig von der Witterung aber auch des Wachstumsstadium der Gräser

Neben der Witterung gibt die vorgesehene Verwendung den optimalen Schnittzeitpunkt vor. Während bei Pferden die Nährstoffdichte eher gering sein kann und ein höherer Rohfasergehalt entscheidend ist, sollte dieser bei vorgesehener Rinderfütterung nicht über 30 % liegen. Auch der Rohproteingehalt ist ein wichtiges Kriterium. Sollte dieser bei Pferden zwischen 8 und 10 Prozent betragen, sind bei Mutterkühen 11 bis 12 Prozent anzustreben. Doch auch in der Pferdefütterung gibt es einen zu späten Schnittzeitpunkt.

So empfiehlt Prof. Dr. Ingrid Vervuet (Institut für Tierernährung, Uni Leipzig) *1 einen früheren Schnitt bei Pferdeheu. Ein durchschnittlicher Proteingehalt von 7,5 % aus 2022 ist auch für Pferde zu niedrig. Sie plädiert darauf, den Schnittzeitpunkt des Heus an die Leistung der jeweiligen Pferde anzupassen.

Allgemeines zur Durchführung der Heuernte *2

  • Ziel: Wassergehalt in möglichst kurzer Zeit auf max. 13 % reduzieren
  • Schnitthöhe auf 7 cm –> hohe Stoppel verbessert den Trocknungsprozess bei noch feuchten Boden
  • trockner Bestand und trockner Boden fördert das zügige Abtrocknen
  • Mähaufbereiter fördern den Trocknungsprozess durch Aufspließen der äußeren Pflanzenmembran –> gleichmäßiges Abtrocknen von Halm und Blätter
  • ein früher Heuschnitt verringert den Eintrag von Pflanzensporen und Schimmelpilzen
  • Zetten und Wenden: grundsätzlich wird bei hoher Fahrgeschwindigkeit und geringer Kreiseldrehzahl schonender gearbeitet, als bei hoher Drehzahl der Kreisel und langsamer Fahrt
  • eine zu schnelle Fahrt führt zur „Haufenbildung“ und feuchten Nestern im Heu
  • Beispiel: erster Wendevorgang zur intensiven Lockerung: 6 km/h und Zapfwellendrehzahl von 400 U/min
  • Wenden bei einer Trockensubstanz von 50 % (zweiter Trocknungstag): mit 11 km/h und 350 U/min Zapfwellendrehzahl
  • gleichmäßiges Schwadform ist für das Pressen wichtig: Richtwert 8 – 10 km/h und 400 U/min Kreiselgeschwindigkeit
  • für eine bessere Aufnahme der Pressen-Pick-up ist das Querliegen der Halme zur Fahrtrichtung vorteilhaft (beeinflussbar durch Fahrtgeschwindigkeit und Zapfwellendrehzahl)

*1 aus Landwirtschaftliches Wochenblatt Hessen (LW 3/2023): Futterverluste reduzieren, Luxuskonsum vermeiden
*2 Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben (21/2016): Gutes Heu schonend werben


Dieser Beitrag stammt aus der Beratungs-Info Grünland Futterbau Hessen Süd.
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