Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

Sojaaussaat steht an

Das Aussaatfenster der Sojabohne hat sich in Gunstlagen bereits vor einer Woche geöffnet, in Grenzregionen kann jetzt mit der Aussaat begonnen werden. Prinzipiell besteht noch kein Grund zur Hektik. Abgeschlossen werden sollte die Sojaaussaat bis Mitte Mai.

Faktoren für die Wahl des richtigen Aussaattermins

Sojaaussaat mit Kreiselegge-Drillmaschine-Kombination
Sojaaussaat mit Kreiselegge-Drillmaschine-Kombination

Für die Wahl des richtigen Zeitpunktes zur Aussaat Ihrer Sojabohnen sind mehrere Faktoren ausschlaggebend. Generell sollte erst ab einer konstanten Bodentemperatur von 10 ⁰C ausgesät werden. Diese Temperaturen waren in wärmeren Regionen Hessens teilweise bereits vorletzte Woche erreicht, in Sojagrenzlagen wie Bad Hersfeld, wurde diese Bodentemperatur seit dem Wochenende nicht mehr unterschritten. Dieser Erfolgsfaktor sollte dieses Jahr also weniger ein Problem darstellen. Wichtiger noch als die Bodentemperatur zur Aussaat, ist allerdings die Witterung, die unmittelbar auf die Aussaat folgt: Ziel ist eine rasche Jugendentwicklung der wärmeliebenden Sojabohnen. Hierfür ist eine stabile Hochdruckphase von 10 bis 14 Tagen vorteilhaft. Nasskaltes Wetter verzögert dagegen das Auflaufen und kann auch den Keimlingsbefall mit Larven der Bohnenfliege begünstigen, sowie die Besiedelung der Keimlinge mit Knöllchenbakterien erschweren.

Genügend Wasser für die Keimung

Laut Deutschem Wetterdienst kann ab Mitte dieser Woche wieder mit instabilerem Wetter bei größerer Schauerneigung gerechnet werden. Dies könnte die Bodentemperaturen negativ beeinflussen, andererseits bei extrem trockenen Bedingungen auch erst eine Keimung des Saatgutes möglich machen. Für einen gleichmäßigen und zügigen Feldaufgang kann die schon eher geringe Feuchtigkeit im Saathorizont ein Problem darstellen. Daher muss die Ablage auf der wasserführenden Schicht gewährleistet sein. Vereinzelte, trockenheitsbedingte nicht gekeimte Sojabohnen, wie zurzeit in Ackerbohnenbeständen zu finden, müssen unbedingt vermieden werden! Sollten momentan noch Gründe gegen eine Aussaat sprechen, sind alle möglichen Maßnahmen zur Wasserkonservierung, z.B. ein flaches Abschleppen zur Unterbrechung der Kapillarität, zu treffen.

Frostverträglichkeit

Sind die Sojabestände aufgelaufen, so vertragen sie dann auch kühle Wetterphasen und sogar leichte Spätfröste. Um eine Abreife möglichst noch im September bis Anfang Oktober realisieren zu können, sollten die Sojabohnen spätestens bis Mitte Mai in den Boden kommen.

Reihenabstand, Saatstärke und Ablagetiefe

Im Ökolandbau ist die Sojabohne eine klassische Hackfrucht, daher sollten Reihenabstände gewählt werden, welche den Einsatz einer Maschinenhacke erlauben. Da die Unkrautregulierung im konventionellen Anbau meist auf Basis von Herbiziden stattfindet, kann in normalem Getreideabstand gesät werden, auch um einen schnelleren Reihenschluss zu erreichen. Die Aussaatmenge liegt, je nach Sorte, zwischen 60 und 75 Körner/m². 000-Sorten verzweigen nicht so stark und sollten daher etwas dichter ausgesät werden als die späteren 00-Sorten. Kalkulieren Sie bei der Aussaatmenge einen Zuschlag für Pflanzenverluste ein, wenn eine mechanische Unkrautregulierung geplant ist! Eine konstante Ablage des Saatgutes auf die angestrebte Saattiefe von 3 bis 4 cm ist wichtig für ein verlustarmes Blindstriegeln und einen gleichmäßigen Feldaufgang. Bei Problemen mit der Saatgutfließfähigkeit durch die Rhizobienimpfung kann mit der Beimengung von Talkum oder Graphit gegengesteuert werden. Ein ebenes Saatbett ist besonders wichtig für die Ernte; dazu kann im Anschluss an die Saat auch mit einer Cambridgewalze gearbeitet werden, um den Boden einzuebnen.

Fazit

Wer sich bezüglich des Saattermins unsicher ist, kann auch jetzt einen Teil der Sojabohnen säen, und einen anderen Teil erst später, um so das Risiko zu streuen. Prinzipiell ist besonders im Ökolandbau die Gewährleistung einer zügigen Jugendentwicklung von besonderer Wichtigkeit, um die schwache Konkurrenzkraft gegen Unkräuter etwas auszugleichen. Daher sind die ganz frühen Saattermine nicht unbedingt immer die besten.


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