Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Freizeitgartenbau/Gartenakademie

20. Mai – Weltbienentag

Nein, heute ist nicht der Geburtstag der Biene Maja, sondern der Geburtstag von Anton Janša.

„Wer in aller Welt ist Anton Janša?“, werden Sie sicher denken. Anton Janša war im 18. Jahrhundert Hofimkermeister am Hof von Maria Theresia und gilt als Pionier der modernen Imkerei. Und auf Vorschlag von Slowenien im Rahmen der Organisation der Vereinten Nationen wurde 2017 sein Geburtstag als Gedenk- und Aktionstag festgelegt, damit wir uns die Bedeutung von Bienen für unsere Ernährungssicherheit, aber auch für die Artenvielfalt bewusstmachen.

Wenn wir über den Tellerrand hinaus schauen, steht beim „World Bee Day“ bzw. „Weltbienentag“  die Honigbiene stellvertretend für weltweit mehr als 25.000 Wildbienenarten und noch mehr andere Bestäubungsinsekten.

Wir von der Hessischen Gartenakademie wollen Sie heute dafür begeistern, am 3. Weltbienentag einen kleinen, nachhaltigen Beitrag für unsere Bienen, Wildbienen und anderen Bestäubungsinsekten zu leisten.

Geringer Aufwand, großer Nutzen

Unsere Vorschläge:

  1. Bauen Sie ein Wildbienenhotel. Doch Vorsicht: Die meisten im Handel befindlichen „Insektenhotels“ sind falsch konzipiert und verfehlen daher ihren Zweck. Wir geben Ihnen Tipps in unserer Broschüre „Tipps zum Kauf oder Selbstbau von Nisthilfen für Insekten“.
  2. Schaffen Sie im Garten eine kleine „Wilde Ecke“, die der Natur weitgehend selbst überlassen wird. Das kann ein abgestorbener Baumstamm oder morsches Holz sein; eine Ecke mit Disteln, Brennnesseln oder anderen heimischen Pflanzen.
  3. Die Mehrzahl der Wildbienen lebt nicht in morschem Holz oder in Insektenhotels, sondern im Erdboden, in offenen sandigen oder lehmigen Stellen. Schauen Sie, ob Sie solche Stellen für erdlebende Bienen zur Verfügung stellen können. Hierfür eignen sich z. B. Böschungen oder alte Wurzellöcher. Und nein: Mit offenen, sandigen Stellen meinen wir nicht Schotter- oder Kiesgärten!
  4. Eine wassergefüllte, flache, unglasierte, mit ein paar Steinen gefüllte Tonschale dient als Vogel- und Insektentränke an heißen Tagen.
  5. Apropos wassergefüllte Tonschale: Auch eine mit feuchtem Lehm gefüllte Schale ist zweckdienlich. Mauerbienen und Lehmwespen finden hier Baumaterial für ihre Brutkammern, während sich Schmetterlinge einfinden, um ihren Mineralsalzbedarf zu decken.
  6. Entwickeln Sie einen kleinen Bereich des Rasens in eine Blumenwiese oder zumindest zu einem Kräuterrasen. Wie das geht, erfahren Sie im Beitrag „Mehr Mut zum Kräuterrasen“ und „Zügig vom Rasen zur Blumenwiese“. Lassen Sie bei jeder Mahd einen Teil der Fläche stehen.
  7. Gefüllte Blüten machen zwar optisch was her, aber weniger ist bekanntlich manchmal mehr! Denn für Insekten sind gefüllte Blüten die reinste Mogelpackung. Infolge einer Genmutation sind die eigentlich Pollen-produzierenden Staubblätter in reine Schauorgane umgewandelt. Und auch die Nektar produzierenden Nektarien sind zurückgebildet oder der Weg dahin wird durch die Fülle an Blütenblättern versperrt. Beim Kauf von Beet- und Balkonpflanzen daher unbedingt darauf achten, Sorten mit einfachen Blüten zu wählen.
  8. Insbesondere in den frühen und späten Monaten ist die Nahrung für Hummeln, Bienen und andere Insekten knapp. Wer jetzt noch ein paar Pflanzen setzen möchte, sollte ein Augenmerk darauf legen, dass ein Garten auch über genügend früh- und spätblühende, insektenfreundliche Gehölze und Stauden verfügt. Für das Frühjahr empfehlen sich Weiden, Kornelkirschen, Blumenzwiebeln, Lerchensporn, Nieswurz und Lenzrosen, Leberblümchen, Lungenkraut, Frühlings-Fingerkraut, frühblühende Pfingstrosen. Für den Herbst eignen sich z. B. Astern, Rosen, Nelken, Heidekraut oder Margeriten.
  9. Die aus China stammenden Sommerflieder-Arten und Sorten werden gerne von Schmetterlingen besucht, weshalb sie auch als Schmetterlingssträucher bezeichnet werden. Für Raupen sind sie allerdings nutzlos – und ohne Raupen, keine Schmetterlinge. Daher sollte bei der Gartenbepflanzung darauf geachtet werden, dass auch genügend Futterpflanzen für Raupen enthalten sind. Eine Hitliste für Schmetterlingspflanzen finden Sie hier. Ganz oben stehen übrigens Weiden. Weiden gibt es in niedrigen und mittelhohen Arten, zudem sind sie gut schnittverträglich. Ihre Kätzchen bieten im Frühjahr den Bienen die erste Nahrung. Daher sollte eine Weide eigentlich in keinem Garten fehlen!
  10. Für Diskussionen sorgt immer wieder der häufig verwendete, immergrüne und schnittverträgliche Kirschlorbeer, dem (zurecht) eine geringe ökologische Wertigkeit nachgesagt wird. Gleichwohl wird er gerne von Bienen wegen seines Nektars aufgesucht. Allerdings handelt es sich beim Kirschlorbeer um eine hochgiftige Pflanze, dessen Glycoside sich letztlich im Honig wiederfinden. Bei einzelnen, wenigen Pflanzen in einer Umgebung ist das kein Problem. Problematisch wird der Glycosidgehalt im Honig allerdings bei der oft massenhaften Kirschlorbeerverwendung als Heckenbepflanzung. Von daher informieren Sie sich am besten in einer Baumschule über alternative heimische Heckenpflanzen.
  11. Die Bestäubung durch Insekten geschieht auch nachts bei Dunkelheit. So gehören u.a. auch Nachtfalter zu den wichtigen Bestäubungsinsekten. Die nächtliche Bestäubungsleistung von Wiesenpflanzen sinkt laut Untersuchungen um fast zwei Drittel, wenn in der Nähe Laternen leuchten. Dieser Sachverhalt sollte bei der Gartenbeleuchtung mit der Installation von Zeitschaltuhren, Bewegungsmeldern, nach unten gerichteten, gekapselten Leuchten und warmweißen Leuchtmitteln berücksichtigt werden.
  12. Vor dem Griff zu chemischen Pflanzenschutzmitteln sollte man schauen, wie hoch die Schadensschwelle ist und ob man Probleme mit Schaderregern nicht mit einer Vielzahl von vorbeugenden oder alternativen Maßnahmen beseitigen oder mindern kann. Bei der Mittelwahl sollte letztlich darauf geachtet werden, dass verwendete Präparate möglichst bienen- und nützlingsschonend sind.

Haben Sie noch weitere Ideen? Dann her damit! Oder erzählen Sie uns, welche unserer vorgeschlagenen Maßnahmen Sie umsetzen wollen oder zeigen Sie uns, was Sie bereits umgesetzt haben!


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