Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Freizeitgartenbau/Gartenakademie

Unkrautbeseitigung auf Wegen und Flächen

Kaum wird es Frühjahr und die ersten Pflanzen treiben aus, da macht sich auch das „unerwünschte“ Grün auf Terrassen, Wegen und Plätzen breit. Egal, ob wir dazu Beikraut, Wildkraut oder Unkraut sagen, fast alle Gartenliebhaber sind wenig erfreut darüber und möchten es loswerden, aber wie?

Mechanisch oder thermisch?

Zunächst einmal muss man beachten: Nach Pflanzenschutzgesetz ist der Einsatz chemischer Präparate auf Wegen und Plätzen prinzipiell verboten, so dass diese sehr unökologische, aber früher stark verbreitete, Bekämpfungsmöglichkeit von vornherein ausscheidet. Dazu gehören im Übrigen auch sogenannte „Hausmittel“, wie Salz oder Essigessenzen!

Viele Gartenfreunde beseitigen das Unkraut mechanisch durch Ziehen von Hand oder mit diversen „Unkrautstechern“, die der Markt anbietet. Dies ist je nach Größe der bewachsenen Fläche aber ein sehr mühsames Unterfangen. Viel leichter ist es, das Unkraut thermisch durch Abflammen zu bekämpfen.

Im Gartenfachhandel oder auch im Baumarkt und beim Dachdeckerbedarf kann man sogenannte Abflammgeräte erwerben. Das sind Geräte, die aus einer Druckgasflasche (für Propangas), einem langen Schlauch, einem Druckminderer, einem Flammrohr und einer Brennerdüse bestehen.

Wer es komfortabel liebt, der kauft sich dazu noch einen kleinen Transportwagen. Mit der Flamme, die aus der Brennerdüse kommt, kann man entspannt und in aufrechter Haltung (also sehr rückenschonend) das unerwünschte Grün bekämpfen, indem man langsam die befallene Fläche abschreitet. Da pflanzliches Eiweiß durch Hitzeeinwirkung zerfällt (denaturiert), muss man nicht stehen bleiben und warten bis sich die Pflanze braun verfärbt, es reicht aus, wenn man die Brennerdüse kurz auf die Pflanze hält. Die Pflanze stirbt mit ihren oberirdischen Teilen innerhalb der nächsten Tage ab.

Samenunkräuter sind dadurch dauerhaft abgetötet und die Fläche bleibt sauber, bis die nächsten Samenunkräuter keimen.

Wurzel- und Rhizomunkräuter sind leider nur geschwächt und treiben aus ihren Speicherorganen erneut aus. Daher sollte man die abgeflammte Fläche bei starkem Befall mit Pflanzen wie Quecken, Brombeeren oder Winden gut beobachten und bei erneutem Austreiben das Abflammen wiederholen. So bekommt man auch problematische Pflanzen gut in den Griff.

Was sonst noch hilft…

Unkräuter in schmalen Fugen lassen sich alternativ und ebenfalls rückenschonend mit einer Fugen-Drahtbürste mechanisch beseitigen. Aufgrund der vielen Fugen bietet sich das weniger bei Pflastersteinen, sondern eher bei Plattenbelägen an. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die Plattenoberfläche für die mechanische Belastung geeignet ist. Ebenso wie beim Abflammen, sollte diese Maßnahme in regelmäßigen Abständen erfolgen.

Vorbeugende Maßnahmen

Die beste Maßnahme, um unerwünschten Unkrautbewuchs in Fugen zu mäßigen, ist regelmäßiges Kehren von Platten- und Pflasterbelägen. Laub, Stäube oder Pollen bilden schnell eine Substratgrundlage, auf der Moose und Unkrauter gut gedeihen und fest in den Fugen verwurzeln. Am besten verwenden Sie hierzu einen Besen mit harten Naturfasern (z. B. Palmblattfasern wie Piassava, Bahia oder Bassine). Besen mit Kunststofffasern verursachen durch ihren Abrieb Mikroplastik.


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