Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Grünland & Futterbau

Futterreserven aufbauen – mit Ackerfutter in der Herbstaussaat

Die Grünlanderträge fielen bisher, in den einzelnen Regionen zwar unterschiedlich, insgesamt aber zufriedenstellend aus. Der erste Schnitt wurde 2019 aufgrund der kühlen Temperaturen Anfang Mai vielerorts fast zwei Wochen später eingefahren. Ertragswirksam für den zweiten und dritten Schnitt waren vor allem die Niederschlagsmengen, die nach dem ersten Schnitt folgten. Wer jedoch zu lange mit dem ersten oder dem zweiten Schnitt gewartet hatte und auch dort, wo sich die Trockenheit bereits im Juni bemerkbar machte, wurden die langjährigen Ertragserwartungen nicht erfüllt.
Die Maiserträge sind nach der Kälteperiode im Mai und in weiterhin trockenen Gebieten noch nicht vollständig absehbar. Gleichzeitig sind die Futterreserven aufgrund des Dürrejahrs 2018 schon lange aufgebraucht.

Kurz: Es könnte auch 2020 wieder eng werden.

Wenn nicht alle betrieblichen Reserven zur Futterproduktion kritisch geprüft werden, wird sich die Futtersituation wegen des Klimawandels auch in den nächsten Jahren nicht entspannen. Daher sollte dem Ackerfutterbau mehr Beachtung geschenkt werden.

Wichtige Argumente für den Ackerfutterbau sind, neben den pflanzenbaulichen Vorzügen (Vorfruchtwert, Ackerfuchsschwanzbekämpfung etc.), das enorme N-Bindungs- aber auch Gülleverwertungspotential, Agrarumweltprogramme zur vielfältigen Fruchtfolge (in Hessen Code: HALM C 1) oder zur Förderung von Zwischenfrüchten (in Hessen Code: HALM C 2) und die Codierung von Futterleguminosen als Ökologische Vorrangfläche (ÖVF) im Flächenantrag.  Damit könnte der Futterbau zukünftig auch für den reinen Ackerbau-Betrieb interessant werden, besonders in viehstarken Regionen mit entsprechender Nachfrage.

Nutzen Sie die Herbstaussaat, um die Futterreserven aufzufüllen!

Zwischenfrucht, ein- oder mehrjährige Kultur

Grundsätzlich kann Ackerfutter als Zwischenfrucht in ein- oder mehrjähriger Kultur geführt werden. Bei der Entscheidung für ein Anbauverfahren sollten folgende Kriterien abgewogen werden:

  • Futterwert
  • Ertragssicherheit
  • Fruchtfolgeplanung
  • Vorfruchtwert
  • ÖVF-Eignung
  • HALM-Fähigkeit

In der folgenden Tabelle sind die Ackerfutterkulturen hinsichtlich der genannten Kriterien bewertet und gegenübergestellt. Bezogen auf den Einsatz in der Fütterung und die pflanzenbaulichen Aspekte (Vorfruchtwert, Gülleverwertungspotential etc.) steigt die Vorzüglichkeit der einzelnen Kulturen mit dem Anbauzeitraum. Gleichzeitig erhöht sich damit der Planungsaufwand, insbesondere für Gemischtbetriebe. Hier könnten wiederum die Kulturen mit kürzerer Verweildauer eine interessante Fruchtfolge-Ergänzung sein, auch für reine Marktfruchtbetriebe. Durch den Anbau von Zwischenfrüchten können bspw. der ÖVF-Anteil wirtschaftlich und pflanzenbaulich sinnvoll erfüllt und die HALM-Förderungen in Anspruch genommen werden.

Zwischenfrucht

ÖVF

Zwischenfrucht zur Futternutzung Einjährig Mehrjährig
Futterwert + + + + + + +
Ertragssicherheit + (+) + +
Fruchtfolgeplanung + + + – –
Vorfruchtwert + + ++ + +
ÖVF geeignet ++ + +
HALM fähig ++ + ++

++ sehr gut, + gut, (+) bedingt, – nicht möglich

Ackerfutter und ÖVF-Zwischenfrucht

Bei den Anbauverfahren ist zwischen ÖVF-Zwischenfrüchten (Faktor 0,3) und solchen, bei denen keine Verwendung als ÖVF angestrebt wird, zu unterschieden.

Zwischenfrüchte, die als ÖVF dienen sollen, müssen:

  • bis zum 1.10. ausgesät sein
  • 2 Kulturen enthalten (Gräserarten sind eine Kultur), von denen eine nicht mehr als 60 % der Mischung ausmachen darf (Rückstellprobe bis zum 31.12. des Folgejahres, Saatgutetiketten und Rechnungen 6 Jahre aufbewahren)
  • bis zum 15.02. auf der Fläche verbleiben und danach eine Hauptkultur eingesät werden
  • bis zum 15.02. ungenutzt bleiben, ausgenommen Beweidung mit Schafen und Ziegen

Zudem darf kein Einsatz von Düngemitteln (inkl. Klärschlamm) und Pflanzenschutzmitteln erfolgen!

Luzerne als Untersaat in Gerste
Luzerne als Untersaat in Gerste
Bezogen auf die, in der Tabelle aufgeführten, Entscheidungskriterien, schneiden die als ÖVF- Zwischenfrucht geführten Bestände insgesamt mäßig ab. Förderfähig im Rahmen des HALM sind ÖVF-Zwischenfrüchte nicht, da ansonsten eine unzulässige Doppelförderung vorläge.

Zudem gibt es derzeit keine empfohlene Ackerfuttermischung, die Greening-konform wäre bzw. deren Anbau unter den Bedingungen des Greenings empfehlenswert sei. Reine Gräsermischungen wie z. B. die A3: Welsch- + Bastardweidel- + Dt. Weidelgras, sind aufgrund der 60 % Bestimmung nicht zulässig. Greening-konforme Gemenge mit winterharten Leguminosen, wie z.B. das Landsberger Gemenge, bestehend aus Inkarnatklee, Zottel-/ Winterwicke und Welschem Weidelgras, sind bewährte Alternativen. Achten Sie bei der Auswahl der Mischung auf einen hohen Anteil empfohlener Sorten, insbesondere wenn – oft deutlich kostengünstigere – Eigenmischungen zum Einsatz kommen (siehe LLH Mischungs- und Sortenempfehlung 2018-2019, Sortenempfehlung für Ackerfutterbau, https://llh.hessen.de/pflanze/gruenland-und-futterbau/dauergruenland/mischungs-und-sortenempfehlungen/).

Können winterharte Mischungen nicht mit Schafen oder Ziegen beweidet werden, sollte die Aussaat nicht zu früh (ab Mitte September) erfolgen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die Bestände zu lang in den Winter gehen. Sie sind damit anfälliger für Pilze (z.B. Schneeschimmel) und stärker auswinterungsgefährdet. Angestrebt ist eine Aufwuchshöhe zu Vegetationsende von etwa 10-15 cm.

Nicht ÖVF-Zwischenfrucht

Ohne Greeningbeschränkungen steht die gesamte Palette der A2 Mischungen als Sommerzwischenfrucht zur Verfügung (siehe Sortenempfehlung, Einsömmeriger Ackerfutterbau). Als Winterzwischenfrüchte können prinzipiell alle winterharten A-Mischungen genutzt werden. Besonders eignen sich für diesen recht kurzen Nutzungszeitraum Arten, die sich durch eine schnelle Jugendentwicklung auszeichnen. Neben den Gräsern sind vor allem schnellwüchsige Leguminosenarten als Zwischenfrüchte interessant; allen voran der Persische Klee, gerne im Gemenge mit Einjährigem Weidelgras (siehe A2.2).

Einjähriger Anbau

Für den einjährigen Anbau eignen sich prinzipiell die gleichen Mischungen, die auch für den mehrjährigen Anbau empfohlen werden. Wenn die Witterung und das Bewirtschaftungsmanagement es erlauben, liefern diese Mischungen hohe Futterqualitäten bei stabilen Trockenmasseerträgen über mehrere Nutzungen. Aufgrund der größeren Mischungsauswahl können auch betriebsindividuelle Bewirtschaftungsvorgaben berücksichtigt werden. Die A3, eine Mischung aus Welsch- + Bastardweidel- + Dt. Weidelgras kann bspw. auch beweidet werden und eignet sich besonders gut, wenn die Nutzung des Ackerfutters gemeinsam mit dem Dauergrünland erfolgen soll. Ist letzteres der Fall, sollte von Welschem Weidelgras betonten Mischungen abgesehen werden, da sie sehr früh schnittreif sind und zügiger als das Dauergrünland nachtreiben.

Mehrjähriger Anbau

Der mehrjährige Ackerfutterbau schneidet, abgesehen von seinem Effekt auf die Fruchtfolgeplanung, insgesamt am besten ab.

Gut ernährte Welsch-Weidelgras-Bestände und Gemenge mit Rotklee können Silagen oberhalb von 20 % Rohprotein und 7 MJ NEL liefern, die in der Fütterungsplanung für Zündstoff sorgen und unbedingt strukturell ausgeglichen werden müssen. In Grenzlagen machen eher Bastardweidelgras betonte Mischungen Sinn, wie die A4.2, mit Rotklee, die auch für trockenere Lagen geeignet sind oder, bspw. für Höhenlagen, die Dt.-Weidelgras betonte A3.

Insbesondere Klee-/Luzernegrasgemenge haben einen sehr guten Vorfruchtwert, auch weil Artengemenge ein breiteres Wurzelbild aufweisen. So profitieren die Gräser in Luzerne-Gras-Gemengen von der tiefwurzelnden Luzerne (4 – 5 m lange Pfahlwurzel), die auch tieferliegendes Bodenwasser noch erschließen kann. Außerdem hinterlassen die Wurzeln Hohlräume in der Rhizosphäre, sogenannte Bioporen, die von der Folgekultur erneut bewurzelt werden. Ein ausgeprägtes Wurzelsystem ermöglicht eine effiziente Nährstoffaufnahme und erhöht die Trockentoleranz der Nachbaukultur.

Ein weiteres großes Plus in Sachen Vorfruchtwert erhalten die Futterleguminosen aufgrund ihrer N2-Fixierungsleistung. Je %-Bestandsanteil ist mit folgender Stickstofffixierungsleistung zur rechnen (in kg/ha und Jahr): Weißklee 3,5 – 6,5; Rotklee 3,5 – 4,0; Luzerne 1,0 – 3,5

Hiervon profitieren auch die Gemengepartner. Die Transferleistung des Leguminosen-N zum Gras beträgt etwa 15 – 30 %. Für die Mischung A3.3 die 60 % Rotklee enthält, ist also mit einer max. Transferleistung von 72 kg N/ha und Jahr zu rechnen, die dem Bastardweidelgras zu Gute kommt.

Schnellere N-Fixierung mit geimpftem Saatgut

Grundlage für die Stickstofffixierung ist das Vorhandensein von Knöllchenbakterien. Auch wenn in den letzten Jahren Luzerne auf der Fläche angebaut wurde, dauert es eine gewisse Zeit, bis sich die jungen Pflanzen infizieren und die Bakterien N liefern können. Für eine schnelle Jugendentwicklung ist der Einsatz von geimpften Saatgut vorteilhaft. Auf Flächen mit langjähriger Luzernepause ist in jedem Fall geimpftes Saatgut einzusetzen. Sollte keine Impfung stattgefunden haben und die Luzernewurzeln sechs Wochen nach dem Auflaufen noch keine Knöllchen zeigen, bleibt nur noch die Möglichkeit, die Pflanzen durch entsprechende Düngung (NPK 3×15 +Schwefel 30-35 kg N) möglichst schnell zu fördern, in der Hoffnung, dass sie sich in der dazugewonnenen Rhizosphäre selbstständig mit Knöllchenbakterien infizieren. In aller Regel passiert das auch, es dauert nur länger, wodurch wertvolle Vegetationszeit und damit Ertrag verloren geht. Ein Nachimpfen des Bestandes ist nicht möglich.

Bei Luzerne auf den pH-Wert des Bodens achten

Hingewiesen werden muss an dieser Stelle unbedingt nochmal auf die oft unterschätzten pH Ansprüche der Luzerne. Unterhalb von einem Boden-pH von 6 ist der Luzerneanbau sehr risikoreich. Leider nützt auch ein Aufkalken der Flächen nicht, da die Luzernewurzel dem Kalk quasi davon wächst. Die Bestände laufen meist gut auf und bleiben dann stehen, sobald die Wurzel in tiefere, saurere Bodenschichten vordringt. Was macht man nun mit solchen Beständen, in die bereits erheblich investiert wurde? PH toleranteren Rotklee nachsäen, im Frühjahr, z.B. mit einem Grünlandstriegel! Mehr Tipps unter „Anbauhinweise zu Luzerne – eine trockenheitstolerante Futterpflanze„.

Futterleguminosen als ÖVF „stickstoffbindende Pflanzen“

Futterleguminosen ÖVF: Rotkleereinsaat auf schwerem Ton-Standort
Futterleguminosen ÖVF: Rotkleereinsaat auf schwerem Ton-Standort
Futterleguminosen können als ÖVF „stickstoffbindende Pflanzen“ (Faktor 1,0) beantragt werden. Dabei müssen zum Zeitpunkt der Kontrolle die Leguminosen im Bestand vorherrschen. Es sollten der Leguminose daher max. 25 % Gräser untergemischt werden, da sonst Gefahr droht, dass die Bestände schnell „vergrasen“ undzum Zeitpunkt der Kontrolle ein Verstoß festgestellt werden muss. Die Pflanzen müssen vom 15. Mai bis zum 31. August auf der Fläche verbleiben. Nutzungseinschränkungen gibt es nicht. ÖVF-Futterleguminosen erlangen keinen Dauergrünlandstatus und können daher auch mehr als 5 Jahre hintereinander auf der Fläche verbleiben. Begrenzende Anbaufaktoren sind dann meist bodenbürtige Krankheiten und eine allgemeine Kleemüdigkeit der Flächen.

Allgemeine Anbauhinweise

Gemenge bspw. aus Gras und Leguminosen haben gegenüber der Reinsaat ein deutlich reduziertes Ertragsrisiko. Zudem verbessert sich, durch die Beimischung von zuckerreichen Gräsern, die Silierfähigkeit von Leguminosengemengen. Wo dies nicht/bedingt möglich ist (z. B. ÖVF-Futterleguminosen) sollte auf ein ausreichendes Anwelken (> 30% TS) geachtet und Siliermittel eingesetzt werden.

Nachbaubeschränkungen beachten!

Bei der Fruchtfolgeplanung sind unbedingt die Nachbaubeschränkungen, der in der Vorkultur eingesetzten Pflanzenschutzmittel, zu berücksichtigen. Dies gilt auch für Ausnahmesituationen, wie den im Herbst 2018 umgebrochenen Raps, der im völlig ausgetrocknetem Saatbett schlecht auflief bzw. wieder vertrocknete. Der Nachbau von Futterleguminosen war damals nur möglich, wenn im Raps zuvor kein Runway oder Runway VA eingesetzt wurde, bzw. wenn nach dem Einsatz von Kerb vor der Aussaat eine Pflugfurche gezogen wurde. Dies gilt aber auch für enge Maisfruchtfolgen, die durch Leguminosengemenge entzerrt werden sollen.
Neben dem Hinweis, dass Klee- und Luzernemischungen bis Mitte September gesät sein sollten und davon abgeraten werden muss, dass Saatgut in zu feuchte Bodenverhältnisse zu schmieren, ist auch die Herbizidstrategie ggf. zu überdenken. Auf den Wirkstoff Mesotrione, der in einigen gängigen Maisherbiziden wie Callisto, Calaris, Elumis etc. enthalten ist, sollte verzichtet werden, wenn im folgenden Frühjahr Leguminosen(-Gemenge) ausgesät werden sollen.

Eine angepasste Bodenbearbeitung unterstützt das Auflaufen

Futterleguminosen und Gräser sind Feinsämereien, die ein gut abgesetztes Saatbett mit gutem Bodenschluß benötigen. Der Saatzeitpunkt für Ackerfutter wird von der Ernte der Vorfrucht bestimmt. Sobald das Feld geräumt ist, sollte die Bodenbearbeitung erfolgen, damit der kapillare Wasseraufstieg in den Wurzelkanälen der Vorfrucht unterbrochen wird. Zügig sollte dann die Aussaat erfolgen, da der offene und lockere, frisch bearbeitete Boden schnell weiter austrocknet. Die mit der Bearbeitung „hochbeförderte“ Bodenrestfeuchte reicht häufig, um das Ackerfutter zumindest schon mal auflaufen zu lassen.

Blanksaat/Stoppelsaat: Die Aussaat sollte nicht tiefer als 1 – 2 cm erfolgen und in jedem Fall angewalzt werden, um einen besseren Bodenschluss und damit eine bessere Wasserausnutzung zu gewährleisten. Zudem wird durch die Rückverfestigung des Bodens der kapillare Wasseraufstieg verbessert. Im Herbst des Dürrejahres 2018 war dieser Effekt in vielen Vorgewenden zu sehen, die deutlich besser aufgelaufen waren. Gute Ergebnisse liefern auch Untersaaten, wie sie im Getreide schon seit vielen Jahren, nicht nur im Ökolandbau, durchgeführt werden. Auch im Maisanbau nehmen Untersaaten zu, nicht zuletzt, da sie die Befahrbarkeit des Bodens zum Erntezeitpunkt deutlich verbessern. Kompliziert wird es, wenn die Untersaatmischung auch Leguminosen enthalten soll, da dies eine, auf die Leguminose abgestimmte Maisherbizidstrategie erfordert. Im konkreten Fall kann diese gemeinsam mit den Pflanzenbauberatern des LLH bzw. dem Pflanzenschutzdienst Hessen abgestimmt werden. Es kann auch sinnvoll sein, die Leguminose erst im nächsten Frühjahr in den dann bestehenden Grasbestand nachzusäen.

Eine versetzte Aussaat nimmt den Druck

Um die Konkurrenzsituation zwischen Deckfrucht und Untersaat möglichst ausgeglichen zu halten, sollten die Aussaatmengen angepasst und ggf. reduziert werden (-20 bis -50 %), je nach Standort und Kulturart (Gerste kann viel Blattmasse bilden, die den Unterboden völlig beschatten würde. Welsches Weidelgras kann die Deckfrucht unterdrücken, aufgrund seiner sehr raschen Jugendentwicklung). Schnell wachsende Untersaaten (z.B. Welches Weidelgras) sollten erst ausgebracht werden, wenn die Deckfrucht bereits ausreichend stark entwickelt ist.

Nach dem Auflaufen des Ausfallgetreides ist ein Pflegeschnitt durchzuführen und falls notwendig, kann dann im Herbst bzw. im folgenden Frühjahr noch eine Nachsaat mit dem Striegel erfolgen (vorsichtig fahren oder Striegel hochnehmen und nur mit der Pneumatik nachsäen!).

Düngung

Für Gräsermischungen wird eine Startgabe von etwa 30 kg N/ha empfohlen, die entweder in organischer oder in mineralischer Form zugeführt werden können. Etablierte Mischungen mit einem Leguminosenanteil von über 65 % benötigen keine weitere Stickstoffdüngung. Dennoch kann auch hier eine mineralische Startgabe von 30 kg N sinnvoll sein z.B. NPK 3×15 + Schwefel. Die so angedüngten Bestände entwickeln sich zügig und stabil, sind weniger anfällig für Stress jeglicher Art und damit auch trockentoleranter.

Der Anbau von Zweit- und Zwischenfrüchten ist in der Düngebedarfsermittlung zu berücksichtigen. Während es für die Leguminosen vor allem auf eine angemessene P und K aber auch Schwefelversorgung ankommt, sind die intensiven Ackergräser, allen voran das Welsche Weidelgras, in der Lage erhebliche Mengen Stickstoff in Biomasse und Rohprotein umzuwandeln.

Die Düngeplanung erfolgt anhand von Bodenuntersuchungen und der Ertragserwartung, sodass eine Düngung nach Entzug angestrebt wird, auch dann, wenn sich Phosphor und Kali in den oberen Gehaltsstufen befinden. Hohe Stickstoffbedarfswerte, aufgrund von hohen TM-Erträgen, sind vor allem bei reinen Feldgrasbeständen zu erwarten (Leguminosen N wird bereits anteilig berücksichtigt). Laut hessischem Programm zur Düngebedarfsermittlung ist bei einem Ackergras mit 3 – 4 Nutzungen mit Erträgen von 120 kg TM zu rechnen, was einem Stickstoffbedarfswert von ca. 310 kg N entspricht. An dieser Stelle soll auf die Obergrenze für organischen Stickstoff verwiesen werden, die bei 170 kg N/ha liegt. Mit Blick auf Futtererträge/-reserven und vor allem Futterqualitäten, kann nur empfohlen werden, die Bestände auszufüttern und die Düngung mineralisch zu ergänzen.

Haben Sie Fragen hierzu, sprechen Sie uns gerne an: Katharina David, LLH Grünlandberatung, Katharina.David@llh.hessen.de

Oder nutzen Sie auch unsere neue Beratung zu Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel


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