Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Marktfruchtbau

Hinweise zur Ackerbohnenernte

Die Hitze und Trockenheit der letzten Wochen sowie ein teilweise starker Befall mit Ackerbohnenrost führt an vielen Standorten zu einer schnellen Abreife der Bestände. Der im Frühjahr teilweise verzettelte Feldaufgang sowie Unterschiede in der Bodengüte verursachen in einigen Beständen ein ungleichmäßiges Reifestadium. Insgesamt sollte in der Breite mit einem leicht unterdurchschnittlichen bis durchschnittlichen Ertrag gerechnet werden können. Im Folgenden werden die wichtigsten Punkte, den Drusch betreffend, aufgeführt.

Erntereife von Ackerbohnen

Abb. 1: Erntereifer Ackerbohnenbestand mit mittlerem Unkrautbesatz
Abb. 1: Erntereifer Ackerbohnenbestand mit mittlerem Unkrautbesatz
Abb. 2: Erntereifer Ackerbohnenbestand mit sehr geringem Unkrautbesatz
Abb. 2: Erntereifer Ackerbohnenbestand mit sehr geringem Unkrautbesatz
Abb. 3: Nicht ganz reifer Ackerbohnenbestand (zu viele grüne Stängel)
Abb. 3: Nicht ganz reifer Ackerbohnenbestand (zu viele grüne Stängel)

Ackerbohnen werden in der Regel bei Kornfeuchten zwischen 14 % und 20 % gedroschen. Dabei sollten mindestens 90 % der Hülsen schwarz, sowie die Stängel nicht mehr grün sein (Abb. 1 und 2). Gerade in Jahren mit großer Hitze und Trockenheit sterben die Hülsen allerdings nicht selten schneller ab als die Stängel, d.h. diese sind noch grün ,obwohl die Körner schon trocken sind (Abb. 3). Zu viele grüne Stängel können Probleme beim Einzug in den Drescher oder in den Dreschorganen selbst verursachen. Bei Feuchtegehalten unter 16 % steigt die Gefahr von erhöhtem Bruchkornanteil, was insbesondere bei der Saatgutproduktion zu vermeiden ist. Wenn noch zu viele grüne Stängel im Bestand sind, muss hier ein Kompromiss zwischen Kornfeuchte und Anteil grüner Stängel gefunden werden.

Da Bohnen im Optimalfall bei Kornfeuchten kleiner 15 % gelagert werden sollten, muss man entweder einen solchen erhöhten Bruchkornanteil dulden (z.B. bei innerbetrieblicher Verwertung), oder die etwas feuchter gedroschene Ware nachtrocknen (bei Saatgut oder Verkaufsware). Rotordrescher gewährleisten auch bei Körnerleguminosen einen schonenderen Drusch. Weitere Informationen zur Lagerung und Aufbereitung von Ackerbohnen.

Vermeidung von erhöhten Ernteverlusten

Je trockener das Erntegut ist, desto höher ist auch die Aufplatzneigung der Hülsen. Unter solchen Bedingungen sollte in den Morgen- oder Abendstunden gedroschen werden, da die Hülsen so durch eine etwas erhöhte Luftfeuchtigkeit etwas elastischer werden, sofern es der Unkrautbesatz zulässt. Außerdem muss versucht werden, die Pflanzen möglichst wenigen Erschütterungen durch das Schneidwerk auszusetzen. Die Haspel kann vorsichtig, gleich der Fahrgeschwindigkeit, mitlaufen. Durch eine zügige und gleichmäßige Fahrt wird gewährleistet, dass ein schonender Drusch durch hohe Strohmengen stattfindet. Ernteverluste, die hauptsächlich am Schneidwerk stattfinden, liegen in der Praxis zwischen 10 und 30 %. Hier kann also nochmal aktiv auf den zu realisierenden Ertrag Einfluss genommen werden.

Mähdreschereinstellung

Detaillierte Informationen zur Einstellung des Mähdreschers finden Sie auf den Seiten des DemonetErBo.

Da der Originaltext schon einige Jahre alt ist, muss die dort beschriebene Aufplatzneigung, bzw. die ungleichmäßige Abreife der Einzelpflanze etwas relativiert werden. Denn durch die Züchtung neuer Sorten konnte mittlerweile an diesen Problemen gearbeitet werden. Da die meisten anderen Kulturen geerntet sein sollten, spricht aber auch nichts dagegen, die Ackerbohnen bei optimalem Reifegrad zu dreschen.


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